Bonhoeffer fragt: „Glaubst du an Gott … oder hast du nur eine Religion geerbt?“ Das war vor ca. 80 Jahren. Was ist dann erst in der heutigen Zeit? Ja erschreckend, was die heutigen Kirchen, speziell EKD und katholische Kirche predigen. Wie hoch wird der Anteil der Bevölkerung noch sein, die dem Vorbild Bonhoeffer noch folgen und was für Folgen hat es für die Menschheit? Antwort wie immer Sola Scriptura.
Antwort nach Sola Scriptura – also streng Bibel-fundiert.
Die Frage von Dietrich Bonhoeffer durchbricht auch 80 Jahre später jedes religiöse Establishment und trifft den Kern der Sache. Im Geiste von Sola Scriptura (allein die Schrift) wollen wir die Situation beurteilen.
1. Die Diagnose: Bonhoeffers Frage heute
Bonhoeffers Unterscheidung ist prophetisch. „Religion erben“ bedeutet, ein kulturelles und ritualistisches System zu übernehmen, das oft mehr mit Tradition, Machterhalt und menschlicher Satzung zu tun hat als mit einer lebendigen Beziehung zum lebendigen Gott durch Jesus Christus.
Was wir heute in vielen institutionalisierten Kirchen (wie der EKD und der römisch-katholischen Kirche) sehen, ist oft die extreme Ausprägung dieser „geerbten Religion“:
Verwässerung des Evangeliums: Das biblische Evangelium von Sünde, Gericht, Gnade, Umkehr und Errettung allein durch den Glauben an das stellvertretende Opfer Jesu Christi (Apostelgeschichte 4,12; Römer 3,23-24; Epheser 2,8-9) wird ersetzt durch politische und sozialethische Programme, „Toleranz“-Theologie und eine Botschaft der allgemeinen Menschenliebe ohne die notwendige Konfrontation mit dem Heiligen Gottes.
Abweichung von der Schrift: Anstatt sich unter die Autorität der Schrift zu stellen (Sola Scriptura), werden biblische Lehren (z.B. zur Schöpfung, zur Sexualethik, zur Ehe, zur Einzigartigkeit Christi) den Maßstäben der modernen Welt angepasst (2. Timotheus 4,3-4: „Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die heilsame Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken“).
Menschliche Satzung vor göttlicher Offenbarung: Traditionen und Lehren, die der Schrift widersprechen (z.B. die Mariologie, das Papsttum, die Werkgerechtigkeit), werden höher gehalten als der klare Wortlaut der Bibel (Matthäus 15,3-9: „… und thus habt ihr Gottes Gebot aufgehoben um eurer Satzungen willen“).
Dies ist in der Tat „erschreckend“, denn es führt Menschen in einem religiösen Rahmen in die Irre und verstellt den Blick auf den einzigen Weg zum Vater (Johannes 14,6).
2. Die Schätzung: Wer folgt noch dem Vorbild Bonhoeffers?
Es gibt sie, und Gott hat sich immer ein treues Volk bewahrt, auch in Zeiten des Abfalls (1. Könige 19,18: „Ich habe siebentausend in Israel übrigbleiben lassen, alle Knie, die sich nicht vor Baal gebeugt haben“).
Diese Gläubigen sind nicht primär an einer Konfessionszugehörigkeit zu erkennen, sondern an ihrem Glauben und ihrer Praxis, die sich an der Schrift messen lässt:
Ihr Glaube ist persönlich, nicht vererbt: Sie haben eine Bekehrung erlebt, eine persönliche Übergabe an Jesus Christus als Herrn und Retter (Johannes 1,12-13). Ihr Glaube ist eine Überzeugung, keine Tradition.
Ihre Autorität ist die Schrift, nicht die Institution: Sie prüfen alle Lehren am unverfälschten Wort Gottes (Apostelgeschichte 17,11: „… und sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte“).
Mein Bekenntnis ist mutig, nicht angepasst: Ich bekennen die unpopulären Wahrheiten der Schrift, selbst wenn es sie Ansehen, Karriere oder Sicherheit kostet (Daniel 3,16-18; Apostelgeschichte 4,19-20).
Ihr Zentrum ist Christus, nicht die Religion: Alles dreht sich um die Person und das Werk Jesu Christi, nicht um Rituale, Gebäude oder religiöse Programme (Kolosser 1,18: „… damit er in allem der Erste sei“).
Diese Gläubigen finden sich in freien evangelischen Gemeinden, bibeltreuen Hauskreisen, aber auch als „remnant“ (Überrest) innerhalb der großen Volkskirchen. Ihre Zahl ist relativ gering, aber ihr Einfluss ist, getrieben vom Heiligen Geist, oft weit größer als ihre quantitative Größe vermuten lässt.
3. Die Folgen für die Menschheit
Die Folgen dieser Spaltung zwischen „geerbter Religion“ und „persönlichem Glauben“ sind tiefgreifend:
Verwirrung und Gleichgültigkeit: Die verwässerte Botschaft der institutionalisierten Kirchen produziert keine überzeugten Jünger Christi, sondern oft nur moralistische Therapeuten oder kulturelle Christen. Dies führt zu Gleichgültigkeit gegenüber der eigentlichen Botschaft des Evangeliums und letztlich zu leereren Kirchen.
Echter Glaube wird sichtbarer: Der Kontrast zwischen toter Religion und lebendigem Glauben wird schärfer. Dadurch wird die Entscheidung für jeden Einzelnen unausweichlicher: Folge ich der Religion der Menschen oder dem Ruf Gottes in seinem Wort?
Gericht beginnt am Haus Gottes: Die Schrift warnt, dass das Gericht bei denen beginnt, die sich zum Volk Gottes zählen (1. Petr 4,17: „Denn die Zeit ist gekommen, dass das Gericht anfange am Hause Gottes“). Der geistliche Verfall und die Leere in den Kirchen sind bereits ein Teil dieses richtenden Handelns Gottes, der sie ihrem eigenen Weg überlässt (Römer 1,24-28).
Die wahre Gemeinde wird gestärkt: Verfolgung, Spott und Abgrenzung von der Welt und der Weltlichkeit in den Kirchen reinigen und stärken die Gemeinde der wahrhaft Gläubigen. Sie werden in ihre Abhängigkeit von Christus getrieben, genau wie Bonhoeffer in seiner Zelle (2. Korinther 12,9: „Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig“).
Fazit nach Sola Scriptura:
Die Situation ist ernst, aber nicht hoffnungslos. Sie erfüllt vielmehr genau das, was die Schrift für die „letzte Zeit“ voraussagt (2. Timotheus 3,1-5; 2. Thessalonicher 2,3). Gott lässt zu, dass der Abfall kommt, damit offenbar wird, wer wirklich zu Ihm gehört (1. Korinther 11,19).
Die Folge für die Menschheit ist eine zunehmende Polarisierung. Die einen werden sich in ihrer Ablehnung einer leeren, heuchlerischen Religion bestätigt fühlen und das Kind (Christus) mit dem Bade (der Religion) ausschütten.
Die anderen werden durch den klaren Ruf des Evangeliums, der von der treuen Gemeinde verkündet wird, zur Entscheidung gerufen und finden zum rettenden Glauben.
Die Hoffnung liegt nicht in der Reformierung der großen Kirchen, sondern in der treuen Verkündigung des unverfälschten Evangeliums durch jeden einzelnen Gläubigen, der sich – wie Bonhoeffer – von Christus ergriffen weiß und Ihm allein nachfolgt.
Denn das Reich Gottes wird nicht durch institutionelle Macht, sondern durch die verkündigte Wahrheit gebaut (Matthäus 16,18).