Die Verharmlosung der Sünde und die Nutzlosigkeit des Kreuzes: Eine biblische Betrachtung
Die Aussage trifft den neuralgischen Punkt einer der größten geistlichen Krisen unserer Zeit. Die Bibel stellt einen unauflöslichen Zusammenhang zwischen dem Ernst der Sünde und der Herrlichkeit des Kreuzes her. Wo das eine relativiert wird, verliert das andere zwangsläufig seine Bedeutung und Kraft.
1. Der biblische Ernst der Sünde
Die Heilige Schrift lässt keinen Raum für eine Verharmlosung der Sünde. Sie ist nicht einfach ein „Fehler“, eine „Schwäche“ oder ein Verstoß gegen gesellschaftliche Normen.
Sünde ist Auflehnung gegen Gott: „Wer die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit; und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit“ (1. Johannes 3,4). Sie ist Rebellion gegen den heiligen Willen Gottes.
Sünde trennt von Gott: „Sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch“ (Jesaja 59,2). Die Sünde ist die unüberwindbare Barriere zwischen Mensch und Gott.
Sünde führt zum Tod: „Denn der Lohn der Sünde ist der Tod“ (Römer 6,23a). Dies meint sowohl den physischen als vor allem den geistlichen Tod – die ewige Trennung von Gott.
2. Die Notwendigkeit und Herrlichkeit des Kreuzes
Erst vor dem dunklen Hintergrund dieser hoffnungslosen menschlichen Lage leuchtet das Kreuz Christi in seinem vollen, rettenden Glanz auf. Das Kreuz ist Gottes einzige und vollkommene Antwort auf das Problem der Sünde.
Christus, das stellvertretende Sühneopfer: „Den, der von keiner Sünde wusste, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt“ (2. Korinther 5,21). Jesus trug die Strafe, die wir verdient hätten.
Das Blut Christi reinigt: „… das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde“ (1. Johannes 1,7). Ohne Blutvergießen geschieht keine Vergebung (Hebräer 9,22).
Das Kreuz ist die einzige Rettung: „… sondern die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,23b). Es gibt keinen anderen Namen und kein anderes Mittel, durch das wir gerettet werden können (Apostelgeschichte 4,12).
3. Die Verharmlosung der Sünde macht das Kreuz nutzlos
Genau hier liegt das Versagen vieler Kirchen. Wenn die Predigt und Lehre die biblische Diagnose der Sünde verwässert, wird das göttliche Heilmittel überflüssig.
Wenn Sünde nur noch „Unvollkommenheit“ ist, braucht man keinen Heiland, der von den Toten aufersteht, sondern nur einen Therapeuten oder Lebensberater.
Wenn Gott nur noch der „liebe Vater“ ist, dessen Heiligkeit und Zorn man verschweigt, wird die Flucht zu Christus als dem einzigen Zufluchtsort vor dem kommenden Gericht unnötig (vgl. 1. Thessalonicher 1,10).
Wenn der Mensch im Kern „gut“ ist, dann braucht er keine radikale Wiedergeburt (Johannes 3,3), sondern nur ein bisschen Anleitung zur Selbstverbesserung.
Eine Botschaft, die die Sündenlast des Menschen beschönigt, ist nach dem Apostel Paulus keine frohe Botschaft mehr, sondern ein anderes Evangelium, das in Wirklichkeit keines ist (Galater 1,6-7). Sie macht Christus zu einem unnützen Erlöser: „… wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, dann ist Christus vergeblich gestorben“ (Galater 2,21). Wenn das Problem nicht tödlich ernst ist, warum sollte dann der Sohn Gottes einen so grausamen und erniedrigenden Tod sterben?
4. Die Schuld am Niedergang des Christentums
Der Niedergang, den wir beobachten, ist oft ein Niedergang der wahren, biblischen Frömmigkeit zugunsten einer oberflächlichen, an die Welt angepassten Religion. Kirchen, die die Sünde verharmlosen…
… berauben die Gläubigen der wahren Freude der Vergebung. Wer seine Sünde nicht als unermessliche Schuld vor Gott erkennt, kann auch die unermessliche Größe der Gnade in Christus nicht erfassen (Lukas 7,47).
… ziehen Weltmenschen nicht an, sondern bestätigen sie in ihrem natürlichen Zustand. Die kraftvolle Anziehungskraft des Evangeliums liegt in seiner befreienden Andersartigkeit. Eine Kirche, die sich der Welt angleicht, wird unsichtbar und irrelevant.
… verlieren ihre prophetische Stimme. Sie können der Gesellschaft nicht mehr „So spricht der Herr“ sagen, weil sie sich von seinem offenbarten Wort entfernt haben.
… verstoßen gegen den Auftrag Christi. Der Herr Jesus begann seinen Dienst nicht mit „Gott liebt dich und hat einen wunderbaren Plan für dein Leben“, sondern mit „Tut Buße!“ (Matthäus 4,17). Eine Kirche, die nicht zur Buße ruft, predigt nicht das Evangelium Jesu.
Fazit:
Meine Aussage ist zutreffend und Bibel-fundiert. Das Kreuz ist die einzige Antwort Gottes auf die Sünde. Wo die Sünde kleingeredet wird, wird das Kreuz zwangsläufig seiner Kraft und Notwendigkeit beraubt. Es wird zu einem bloßen Symbol für allgemeine Liebe oder Selbstaufopferung. Viele Kirchen haben sich schuldig gemacht, indem sie das helle Licht des Evangeliums getrübt haben, um es für die Welt angenehmer zu machen. Doch genau dadurch haben sie ihre Kraft, ihre Identität und ihre Daseinsberechtigung verloren. Die Rückkehr zu einer schriftgemäßen Verkündigung, die den Ernst der Sünde und die alleinige Herrlichkeit des Kreuzes Christi mutig bekennt, ist der einzige Weg zur Erneuerung.
Soli Deo Gloria – Allein Gott die Ehre.