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Wieder mal ein Video zu der äthiopische Bibel

in Mein Glaube zu Gott 20.12.2025 04:47
von Manfredo | 5.171 Beiträge

Warum die äthiopische Bibel zensiert wurde – J.J. Benítez enthüllt den wahren Grund



Sage es aber gleich vorab, schaue mir diese Videos zu der äthiopische Bibel nicht mehr an, Zeitverschwendung in meinen Augen!

Begründung;

1. „Zensur“ der äthiopischen Bibel? Historische Präzision statt Emotion

Der Begriff „Zensur“ ist hier ein Missverständnis. Die äthiopisch-orthodoxe Kirche bewahrt einen breiteren Kanon (ca. 81 Bücher), während andere Traditionen (z. B. die protestantische) einen engeren Kanon (66 Bücher) akzeptieren. Es ging nie um „Streichungen“ im äthiopischen Kanon, sondern um unterschiedliche Kanonbildungsprozesse:

Äthiopien: Bewahrte frühchristliche Schriften, die im 4. Jahrhundert im Westen nicht in den Kanon aufgenommen wurden (z. B. Henoch, Jubiläen).
Protestantismus: Folgte dem hebräischen Kanon des Alten Testaments (39 Bücher) und dem apostolischen Kanon des Neuen Testaments (27 Bücher), wie ihn die Reformatoren aufgrund der Sola Scriptura-Prinzipien definierten.

→ Keine Zensur, sondern kanonische Diversität aufgrund historischer, kultureller und theologischer Entscheidungen.

2. Inhalt der „extra“ Bücher: Was steckt dahinter?

Die nicht-kanonischen Bücher der äthiopischen Bibel sind meist jüdisch-christliche Apokryphen/Pseudepigraphen aus der Zeit zwischen dem 3. Jh. v. Chr. und 2. Jh. n. Chr. Beispiele:

1. Henoch: Kosmologische Visionen, Engelmythologie, Gerichtsprophetie. Wird im Judasbrief (V. 14–15) zitiert, aber nie als „Schrift“ (gr. graphe) bezeichnet.
Jubiläen: „Neuerzählung“ der Genesis mit Fokus auf Kalender, Sabbat und Engelsrollen. Historisch wertvoll, aber kein apostolisches Zeugnis.
Andere Texte (z. B. Synodos, Gebra Hawariat): Äthiopisch-kirchliche Traditionen, keine universelle Autorität beanspruchend.

→ Kernfrage: Enthalten sie neue Offenbarung zum Heil? Nein. Sie ergänzen historische Kontexte, aber das Evangelium (Tod/ Auferstehung Christi) bleibt allein im Neuen Testament vollständig bezeugt (1. Kor 15,3–4).

3. Online-Zugang zur äthiopischen Bibel? Praktische Realität

Der gesamte äthiopische Kanon ist nicht ins Deutsche übersetzt. Einzelne Bücher wie 1. Henoch oder Jubiläen finden sich in Fachpublikationen (z. B. Jüdische Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit).

Online-Quellen:
Englisch: Ethiopian Orthodox Bible (offizielle Texte).
Deutsch: Fragmente bei Bibelwissenschaft.de oder Archive.org (Suchbegriffe: „1. Henoch deutsch“, „Jubiläenbuch Übersetzung“).

→ Achtung: Diese Texte sind historische Dokumente, keine „versteckte Wahrheit“. Ihr Studium erfordert kritische Distanz (1. Joh 4,1).

4. Sola Scriptura und die äthiopische Bibel: Theologische Prioritäten

Als Sola Scriptura-Christ frage ich: „Welche Schriften sind Gottes autorisiertes Wort?“ Die Antwort der Reformation:

Kriterien für Kanonizität:

Apostolische Herkunft (geschrieben/von Aposteln bestätigt).
Übereinstimmung mit dem „Regula Fidei“ (dem apostolischen Glaubenskern, z. B. 1. Kor 15,3–8).
Gemeindeakzeptanz im frühen Christentum (bis 4. Jh.).

Die „extra“ Bücher der äthiopischen Bibel erfüllen diese Kriterien nicht.
Sie wurden nie von der universellen Kirche als heilig anerkannt (im Gegensatz zu AT/NT).

→ Meine Pflicht: Ich bleibe bei den 66 Büchern, die klar apostolisch-prophetisch sind. Der Rest ist lehrreich,
aber nicht normativ (Röm 15,4; 2. Tim 3,16–17).

5. Heilsfrage: Ist das Lesen aller Bücher nötig? Klare biblische Antwort

Nein. Mein Heil hängt allein am Glauben an Jesus Christus (Apg 16,31; Eph 2,8–9), nicht an der Lektüre bestimmter Texte.

Jesus selbst verweist auf „Mose und die Propheten“ (Lk 16,29–31) — den hebräischen Kanon, nicht auf spätere apokryphe Schriften.
Paulus betont: „Alles, was in den Schriften steht, ist zum Nutzen geschrieben“ (Röm 15,4) — gemeint sind die kanonischen Schriften seiner Zeit (LXX + apostolische Briefe).

Warnung vor Zusätzen: Offb 22,18–19. Das Evangelium ist vollständig in den 27 Büchern des NT (Gal 1,8–9).

→ Heilssicherheit entsteht durch Glauben an Christus, nicht durch Kenntnis „versteckter Bücher“. Wer Christus im Evangelium (Joh 20,31) findet, hat alles Nötige.

Zusammenfassung;
Historisch: Die äthiopische Bibel ist kein „zensiertes“, sondern ein „erweitertes“ Kanonmodell — kulturell geprägt, nicht göttlich vorgeschrieben.

Theologisch: Sola Scriptura bindet uns an den apostolischen Kanon (66 Bücher), nicht an lokale Traditionen.

Praktisch: Studium der Apokryphen ist optional, aber niemals Heil-notwendig.

Pastoral: Mein Heil steht felsenfest in Christus — nicht in der Anzahl gelesener Bücher, sondern im Gehorsam gegen das klare Wort Gottes (Joh 8,31–32).
„Prüft aber alles und das Gute behaltet!“ (1. Thess 5,21) — doch prüft es am Maßstab des Evangeliums, nicht an Neugier auf das „Geheime“.


Frage, Antwort zu Henoch, Jubiläen Bücher, was steht, in diesen beiden Büchern, dass mein Horizont erweitern könnte, jedoch nicht ablenken tut von dem, was Jesus Christus uns lehrte.


1. 1. Henoch: Was ist nützlich – und wo ist Vorsicht geboten?

Horizonterweiternde Aspekte:

„Sohn des Menschen“-Konzept:
Henoch 46–48 beschreibt eine himmlische Gestalt namens „Sohn des Menschen“, die vor Gottes Thron steht und Gericht übt. Dieses Bild prägte jüdische Erwartungen zur Zeit Jesu. Es hilft zu verstehen, warum Jesus diesen Titel bewusst wählte (z. B. Mk 14,62), um seine messianische Autorität zu betonen – ohne die mythischen Elemente des Henoch-Buches zu übernehmen.

→ Nutzen: Vertieft das Verständnis dafür, wie Jesus jüdische Hoffnungen neu definierte – nicht als politischer König, sondern als leidender und auferstehender Richter.

Engel und Gericht:

Henoch enthält detaillierte Visionen über Engelsrollen und das Endgericht. Dies wirft Licht auf neutestamentliche Texte wie Judas 1,6 („Engel, die ihre Herrschaft verließen“) oder 2. Petr 2,4.

→ Nutzen: Zeigt, wie frühchristliche Autoren bekannte jüdische Motive aufgriffen, um die Realität des göttlichen Gerichts zu betonen – immer im Rahmen der biblischen Offenbarung.

Ablenkungsgefahr:

Mythische Engelkosmologie:

Henoch beschreibt detailliert „gefallene Wächterengel“, die mit Menschen Nachkommen zeugten (Nephilim). Diese Mythologie wird im NT nie bestätigt – Judas zitiert zwar Henoch 1,9 (Jud 1,14–15), aber nur zur Stützung der Gerichtslehre, nicht zur Lehre über Engel.

→ Warnung: Solche Spekulationen lenken vom zentralen Evangelium ab: „Christus starb für unsere Sünden“ (1. Kor 15,3).

2. Jubiläen: Historische Kontexte – aber keine neue Lehre

Horizonterweiternde Aspekte:

Kalenderstreit im Judentum:
Jubiläen verteidigt einen 364-Tage-Sonnenkalender (vs. den rabbinischen Mondkalender). Dies erklärt, warum Jesus und seine Jünger manchmal an anderen Tagen als die Pharisäer feierten (z. B. Passah in Joh 13 vs. Mt 26).

→ Nutzen: Hilft zu verstehen, wie Jesus kulturelle Spannungen im 1. Jh. navigierte, ohne sich an menschliche Traditionen zu binden (Mk 7,8–9).
Engel als „Vermittler“ des Gesetzes:
Jubiläen betont, dass Engel Mose das Gesetz gaben (vgl. Gal 3,19; Hebr 2,2). Dies war eine jüdische Tradition, die Paulus nutzte, um die Überlegenheit Christi zu zeigen: „Der Sohn ist höher als die Engel“ (Hebr 1,4–5).

→ Nutzen: Vertieft das Verständnis für polemische Argumente im NT gegen gesetzliche Werkgerechtigkeit.

Ablenkungsgefahr:
Gesetzesfixierung:
Jubiläen fügt zusätzliche Vorschriften hinzu (z. B. strikte Sabbatregeln), die im AT nicht stehen. Jesus kritisierte genau diese menschliche Last (Mt 23,4) und betonte: „Der Sabbat ist um des Menschen willen da“ (Mk 2,27).

→ Warnung: Solche Texte können zur Gesetzesfrömmigkeit verführen – im Gegensatz zu Jesu Ruf: „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen“ (Mt 11,28).


3. Praktische Richtlinien für das Studium

Wer diese Bücher dennoch erkunden möchte:

Nur als historische Sekundärquelle lesen – nie als „ergänzende Offenbarung“.

Beispiel: Verstehen, warum Judas Henoch zitiert (um Gericht zu betonen), nicht um Engelmythen zu lehren.

Immer am NT messen:

Stimmt ein Thema mit Jesu Lehre überein? (z. B. Gericht → ja; Engelsverehrung → nein, Kol 2,18).
Nicht einzeln, sondern mit Kommentaren lesen, die eine biblische Perspektive wahren:
Empfehlung: „The Books of Enoch: A Commentary“ von Matthew Black (akademisch, aber kritisch) oder „Jubilees: A Commentary“ von James VanderKam.


4. Klarstellung: Was nicht mein Horizont sein muss

Keine neue Ethik: Jesus fasste das Gesetz in „Liebe zu Gott und dem Nächsten“ zusammen (Mt 22,37–40) – nicht in Kalenderdetails oder Engelhierarchien.

Keine neue Heilslehre: Henoch betont „Gerechtigkeit durch Werke“; Jesus verkündet: „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet“ (Joh 3,18).

Keine neue Autorität: Paulus warnt: „Lasst euch nicht berauschen durch leeren Betrug nach Menschenlehre“ (Kol 2,8).

Zusammenfassung;

Nützlich: Historischer Kontext zu „Sohn des Menschen“, Engelvorstellungen, Kalenderstreit – wenn es das Verständnis des NT vertieft.

Gefährlich: Spekulationen über Engel, Werkgerechtigkeit, apokalyptische Mythologie – wenn es das Evangelium überlagert.

Mein Fokus: Ich bleibe bei Jesu Wort: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen“ (Joh 8,32) – nicht durch Henoch, sondern durch „die Schrift, die von mir zeugt“ (Joh 5,39).

Merke: Der Horizont des Christen wird nicht durch mehr Bücher, sondern durch tieferes Verständnis des Kreuzes erweitert (1. Kor 2,2). Alles andere ist optional – und nie Heil-notwendig.

Amen

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11:25 Jesus sagte: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, obwohl er tot ist, der wird leben. 11:26 Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?
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