Bedeutung dieser Worte, ausschließlich auf der Grundlage der Heiligen Schrift (Sola Scriptura).
1. Die Bedeutung der Worte „Jesus Christus“
Die Namen »Jesus« und »Christus« sind Titel, die sein Wesen und sein Werk beschreiben. Sie sind keine bloßen Familiennamen.
a) Jesus
Der Name „Jesus“ (griechisch: Iēsous , hebräisch: Jeschua oder Jehoschua) bedeutet „der HERR rettet“ oder „Hilfe des HERRN“. Dies wird in der Schrift ausdrücklich erklärt:
Matthäus 1,21 (LUT):
„Sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“
Der Name „Jesus“ ist auch nicht bloß ein Eigenname, sondern trägt in sich die Heilsbotschaft: Er ist der Retter.
b) Christus
Das Wort „Christus“ (griechisch: Christos) ist die Übersetzung des hebräischen Wortes „Messias“ (hebräisch: Maschiach), was „Gesalbter“ bedeutet. In der Schrift bezeichnet „der Gesalbte“ den von Gott auserwählten König, Priester und Prophet, der das Heil bringt.
Johannes 1,41 (LUT):
„Er fand zuerst seinen Bruder Simon und sprach zu ihm: Wir haben den Messias gefunden – das heißt übersetzt: Christus.“
Apostelgeschichte 4,26 (LUT):
„Die Könige der Erde haben sich versammelt und die Fürsten zusammengetan gegen den Herrn und gegen seinen Gesalbten [Christus].“
Jesus wird auch „Christus“ genannt, weil er der von Gott verheißene und gesalbte Retter Israels und der Welt ist.
Lukas 2,11 (LUT):
„Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“
Zusammengefasst: „Jesus Christus“ bedeutet nach der Schrift: „Der HERR rettet – der gesalbte Gottes“, auch der verheißene, göttliche Retter, der durch sein Leben, Sterben und Auferstehen die Sünden der Welt trägt (vgl. 1. Johannes 2,2).
2. Johannes 4,22 im Kontext von Sola Scriptura
Der von dir zitierte Vers lautete:
Johannes 4,22 (LUT):
„Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil kommt aus den Juden.“
Dies sagt Jesus im Gespräch mit der samaritischen Frau am Jakobs Brunnen (Johannes 4). Die Samariter akzeptieren nur den Pentateuch (die fünf Bücher Mose) und lehnten den Rest des jüdischen Kanons ab. Ihre Gottesverehrung war daher unvollständig und auf Unwissenheit beruhte.
Jesus stellt klar:
Die Juden (im Gegensatz zu den Samaritern) besitzen die vollständige Offenbarung Gottes – also die Schriften des Alten Testaments, in denen das Heil verheißen ist.
„Das Heil kommt aus den Juden“ : Das bedeutet, dass die Verheißung des Messias, die Opferordnung, die Propheten und die ganze Heilsgeschichte Gottes mit seinem Volk Israel der Ursprung des Heils sind. Der Messias (Christus) stammt nach dem Fleisch aus dem jüdischen Volk (vgl. Römer 9,5).
Römer 3,1–2 (LUT):
„Was hat nun der Jude für einen Vorteil? … Vor allem stirbt, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut sind.“
Römer 15,8 (LUT):
„Denn ich sage: Christus ist ein Diener der Juden geworden, um der Wahrhaftigkeit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen.“
Jesus betont hier auch die Autorität und Wahrheit der jüdischen Schrift (des Alten Testaments), die das wahre Wissen über Gott und das Heil vermittelt – im Gegensatz zur unvollständigen, menschlichen Religion der Samariter.
Dies steht voll im Einklang mit Sola Scriptura : Nur die Schrift (die den Juden anvertraut war und in Christus erfüllt wird) führt zur wahren Gotteserkenntnis und zum Heil.
Fazit (nach Sola Scriptura):
„Jesus“ = „Der HERR rettet“ – der göttliche Retter von der Sünde (Matthäus 1,21).
„Christus“ = „Der Gesalbte“ – der verheißene Messias aus dem Alten Testament (Johannes 1,41; Daniel 9,25–26).
Johannes 4,22 bestätigt, dass das Heil in der Offenbarung Gottes im Alten Testament wurzelt, die den Juden anvertraut war – und in Jesus Christus erfüllt wird. Das »Heil« – also die Rettung von Sünde und Tod durch den Messias – hat seinen Ursprung im jüdischen Volk, weil Gott sie als das Volk erwählt hat, durch das der Retter und die Heilsbotschaft in die Welt kommen sollten. Es ist der heilsgeschichtliche „Stammbaum“, aus dem der Erlöser hervorging.
Wahre Anbetung geschieht im Geist und in der Wahrheit (Johannes 4,23–24), also auf der Grundlage der göttlichen Schrift, nicht menschlicher Tradition oder Unkenntnis.
2. Timotheus 3,15–17 (LUT):
„… denn du kennst die heiligen Schriften, die dich weise machen können zum Heil durch den Glauben an Christus Jesus. Denn alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“