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Epheser 2, Nur durch Gottes Gnade werden wir gläubige Christen errettet.

in Bibelstellen, bis 30.05.2024 02.12.2020 11:57
von Manfredo | 5.171 Beiträge

Epheser 2

Das neue Leben in Christus — eine Gabe der Gnade Gottes

1 — auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen und Sünden,
2 in denen ihr einst gelebt habt nach dem Lauf dieser Welt, gemäß dem Fürsten, der in der Luft herrscht, dem Geist, der jetzt in den Söhnen des Ungehorsams wirkt;
3 unter ihnen führten auch wir alle einst unser Leben in den Begierden unseres Fleisches, indem wir den Willen des Fleisches und der Gedanken taten; und wir waren von Natur Kinder des Zorns, wie auch die anderen.
4 Gott aber, der reich ist an Erbarmen, hat um seiner großen Liebe willen, mit der er uns geliebt hat,
5 auch uns, die wir tot waren durch die Übertretungen, mit dem Christus lebendig gemacht — aus Gnade seid ihr errettet! —
6 und hat uns mit auferweckt und mit versetzt in die himmlischen [Regionen] in Christus Jesus,
7 damit er in den kommenden Weltzeiten den überschwänglichen Reichtum seiner Gnade in Güte an uns erweise in Christus Jesus.
8 Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch — Gottes Gabe ist es;
9 nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.

Ein Glaube ohne Werke
Müssen dem Glauben Taten folgen? Die Bibel scheint sich da zu widersprechen. Im Kern geht es dabei um die Frage: Was rettet mich wirklich?

Paulus widerspricht den Irrlehrern
Die entscheidenden Aussagen von Paulus lesen wir dazu in Römer 3,21 - 4,1-25. Die zwei Hauptaspekte kommen in den Versen 23-24 und Vers 28 gut zur Geltung:

Denn alle haben gesündigt, und in ihrem Leben kommt Gottes Herrlichkeit nicht mehr zum Ausdruck, und dass sie für gerecht erklärt werden, beruht auf seiner Gnade. Es ist sein freies Geschenk aufgrund der Erlösung durch Jesus Christus.“ (Römer 3,23-24) „Denn wir gehen davon aus, dass man aufgrund des Glaubens für gerecht erklärt wird und nicht, weil man bestimmte Gesetzesvorschriften einhält (Römer 3,28).



Paulus macht klar: Jeder Mensch braucht die Vergebung seiner Sünden, da niemand schuldlos ist. Diese Vergebung bekomme ich aber nicht dadurch, dass ich das mosaische Gesetz einhalte, sondern nur deswegen, weil Jesus am Kreuz gestorben ist. Wenn ich das glaube und für mich an Anspruch nehme, gehöre ich zu Gottes großer Familie. Allein aus Gnade werde ich errettet und nicht, weil ich irgendetwas dafür getan hätte.

Paulus schreibt diese Worte an Judenchristen, also an Menschen, für die das Halten des Gesetzes ihr tägliches Brot war. Sie kannten es von klein auf und standen, seit sie die Botschaft von Jesus kannten, in einer ständigen Spannung zwischen Judentum und Christentum. Besonders durch die vielen Irrlehrer, die predigten, dass der Mensch sowohl den Glauben an Jesus als auch das Gesetz braucht, um in den Himmel zu kommen.1 Diesen Irrlehrern widerspricht Paulus vehement. Er will deutlich machen: Gottes Gesetz ist nicht aufgelöst – es macht ja nach wie vor Sinn – aber es rettet nicht!

Bester Beweis dafür ist Abraham. Er wurde als gerecht von Gott angesehen, weil er glaubte, nicht weil er bestimmte Regeln einhielt (Römer 4,3). Schon bevor Jesus da war, wurde der Mensch also durch Glauben und damit allein durch Gottes Gnade errettet. Das klingt doch gut. Aber heißt das nicht auch, dass ich nach meiner Bekehrung eigentlich tun und lassen kann, was ich will? Ich bin schließlich errettet, oder?


Jakobus: Glaube hat Auswirkungen
Auf den ersten Blick scheint Jakobus 2,14-26 genau das Gegenteil zu predigen: Ein Glaube ohne Werke ist tot (Vers 17). Wenn ich keine guten Taten vorweisen kann, bin ich auch nicht wirklich gläubig (Verse 18f). Bester Beweis für Jakobus ist dafür ebenfalls Abraham. Denn er war bereit, seinen Sohn Isaak zu opfern. Durch diese Tat wurde er von Gott als gerecht erklärt (Vers 21). Predigt Jakobus also das Gleiche wie die Irrlehrer, gegen die Paulus angeht? Findet auch er, dass ich glauben und das Gesetz halten muss, um errettet zu werden? Wohl kaum. Wie also kann ich Jakobus richtig verstehen?

Jakobus richtet seinen Brief an eine Gruppe von Menschen, die gar nichts von den Problemen wusste, die Paulus zu seinem Brief motivierten. Die Gemeinschaft, an die Jakobus schreibt, hatte ein anderes Problem: Ihre Worte entsprachen nicht dem, was sie lebten. Sprich: Der Glaube bestand aus einem Lippenbekenntnis, das im Leben keine Auswirkungen zeigte. Das hatte wiederum zu Konflikten untereinander geführt, auf die Jakobus mit seinem Brief reagiert.2 Jakobus richtet sich an diese Menschen, um ihnen zu sagen: Etwas lediglich für-wahr-halten, macht keinen Nachfolger Jesu aus.

Und es ist genauso unlogisch, wie einem Hungernden sein Mitleid zu bekunden, und ihn gleichzeitig im Regen stehen zu lassen:

Angenommen, ein Bruder oder eine Schwester haben nicht genügend anzuziehen, und es fehlt ihnen an dem, was sie täglich zum Essen brauchen. Wenn nun jemand von euch zu ihnen sagt: »Ich wünsche euch alles Gute! Hoffentlich bekommt ihr warme Kleider und könnt euch satt essen!«, aber ihr gebt ihnen nicht, was sie zum Leben brauchen – was nützt ihnen das? Genauso ist es mit dem Glauben: Wenn er keine Taten vorzuweisen hat, ist er tot; er ist tot, weil er ohne Auswirkungen bleibt (Jakobus 2,15-17).

Für Jakobus ist Glaube also viel mehr als bloße Worte. Denn lediglich glauben, dass Gott existiert, tun auch die Dämonen (Jakobus 2,19). Glaube ist vielmehr eine Beziehung zu Gott, die mein ganzes Wesen verändert und folglich auch Auswirkungen hat, die für andere sichtbar sind.

Sieht man genau hin, widersprechen sich Paulus und Jakobus also nicht. Sie schauen nur von zwei unterschiedlichen Perspektiven auf ein Ereignis: die Errettung eines Menschen. Paulus spricht aus einer Perspektive, in der die Errettung noch in der Zukunft liegt. Er sagt: Wer in der Zukunft errettet werden will, der muss an Jesus glauben. Das Gesetz zu halten rettet nicht. Jakobus setzt die Errettung voraus. Er sieht von der Errettung aus in die Zukunft und möchte klarmachen: Wer glaubt und errettet ist, kann nicht mehr derselbe sein. Er ist mit Jesus gestorben und auferstanden und nun ein neuer Mensch (Römer 6,8-11).

Diese Komplettveränderung muss sich auch nach außen zeigen. Wenn ich aber auf Dauer gar keine Veränderung in meinem Denken und Handeln feststelle, sollte ich mich hinterfragen, ob meine Entscheidung für ein Leben mit Gott echt war oder ob ich vielleicht das falsche Verständnis davon habe, was Nachfolge eigentlich bedeutet.

Warum Werke nicht gleich Werke sind
Paulus und Jakobus sprechen also von zwei unterschiedlichen Dingen. Das, was den Leser verwirrt, ist dabei vor allem die Wortwahl. Während Paulus unter Werken Gesetzeswerke versteht, versteht Jakobus unter dem Begriff Werke die Taten, die aus dem Glauben heraus folgen. Glaubenswerke und Gesetzeswerke sind jedoch zwei Paar Schuh. Die Glaubenswerke von Jakobus finden wir bei Paulus als „Frucht des Geistes“.3 Diese Früchte sind zuerst einmal keine gute Taten, vielmehr Charaktereigenschaften, aus denen gute Taten folgen, wie z. B.: Liebe, Freundlichkeit, Güte, Treue und Sanftmut (Galater 5,22-25).

Jakobus und Paulus sind sich also einig: Ein echter Glaube hat Auswirkungen. Und so lässt sich auch die unterschiedliche Deutung des Beispiels von Abraham erklären. Abraham wird von Gott als gerecht angesehen, weil er glaubte. Das möchte Paulus betonen. Jakobus fokussiert das, was aus diesem Glauben folgt: Abraham war bereit, seinen Sohn für Gott zu opfern. Diese Bereitschaft rettete ihn nicht, aber sie war der Beweis dafür, dass sein Glaube echt war, mehr als bloße Worte.

Das bestätigt auch der Schreiber des Hebräerbriefs, indem er sagt:

Durch den Glauben wurde Abraham gehorsam, als er berufen wurde, in ein Land zu ziehen, das er erben sollte; und er zog aus und wusste nicht, wo er hinkäme (Hebräer 11,8).

Die Erlösung geht also immer dem veränderten Leben voraus. Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten, sagt auch Jesus in Johannes 14,15. Auch hier finden wir die gleiche Reihenfolge. Erst das Vertrauen und die Liebe zu Jesus, dann folgen daraus Taten. Diese Werke, die aus der Beziehung zu Gott resultieren, sind nichts, was ich aus mir heraus tue. Es sind die Werke, zu denen Gott mich durch den Heiligen Geist befähigt (Hebräer 13,20-21). Doch wie stelle ich das praktisch an, Glaubenswerke zu tun ohne gesetzlich zu werden? Und: Setzt mich das nicht erneut unter Druck, Gutes tun zu müssen, um anderen und mir selbst zu bestätigen, dass ich errettet bin?

Paul und Marleen: Wie man von beiden Seiten vom Pferd fallen kann
Marleen besucht eine christliche Gemeinde seit sie denken kann und entscheidet sich als Jugendliche selbst, diesen Glauben für sich in Anspruch zu nehmen. Sie mag ihre Gemeinde und arbeitet gerne im Musikteam und einem Hauskreis mit. Dennoch fühlt sie sich unterschwellig ständig unter Druck gesetzt. Viel zu viel Zeit verbringt sie ihrer Meinung nach mit unwichtigen Dingen. Sogar wenn sie montags zwei Stunden in den Sportverein geht, klopft ihr Gewissen an: Hätte sie die Zeit besser für Gott einsetzen sollen?

Paul kennt diese Gewissensbisse gar nicht. Er hat sich vor einigen Jahren auf einer Evangelisation bekehrt, erkannt, dass ein Leben mit Jesus der einzig richtige Weg ist, seine Sünden bekannt und ein Übergabegebet gesprochen. Die Freude war groß. Doch schaut man heute in Pauls Leben, sieht es genauso aus wie vor seiner Bekehrung. Zwar ist er regelmäßig in der Gemeinde anwesend und findet die Predigten auch gut, doch ist er noch genauso jähzornig wie früher, raucht und trinkt zu viel. Seiner Meinung nach sehen die meisten Christen alles etwas zu eng und sollten mehr Gottes Gnade predigen als irgendwelche Verhaltensregeln.

Paul hat richtig erkannt, dass er allein aus Gnade errettet ist, doch nimmt er diese Gnade als Totschlagargument, um seinen Lebensstil zu rechtfertigen. Marleen hingegen hat ständig ein schlechtes Gewissen, weil sie glaubt, nicht genug für Gott zu tun. Beide fallen vom Pferd, nur eben von unterschiedlichen Seiten. Doch wie finde ich das richtige Maß? Woher weiß ich, was Gott von mir möchte?

Verhaltensänderung versus Wesensänderung
Zuerst einmal ist es wichtig, sich bewusst zu machen, was Christsein nicht ist: Christsein bedeutet nicht, mein Verhalten den Erwartungen anderer anzupassen. Genauso heißt es aber auch nicht, zu bleiben wie ich bin. Gottes Ziel mit mir ist es, mein Wesen zu verändern und mich dadurch immer mehr zu der Person zu machen, die er sich ursprünglich mit mir gedacht hatte. Das ist eine Veränderung, die ich mir nicht äußerlich selbst aneigne, sondern die der Heilige Geist in meinem Inneren bewirkt (Philipper 2,13. 4,13; 2. Korinther 3,5; Johannes 14,15-17).

Paulus bezeichnet diese Wandlung als Ausziehen des „alten Menschen“. Wenn ich mich entscheide, Jesus nachzufolgen, heißt das schließlich nicht, dass ich plötzlich wie ausgewechselt bin. Ein Prozess beginnt, bei dem der alte Mensch aus- und der neue angezogen wird (Epheser 4,17-32; Kolosser 3,1-17).

Diese Veränderung nennt die Bibel auch Heiligung. Sie bedeutet nichts anderes, als dass ich Jesus immer ähnlicher werde. Das kann konkret so aussehen, dass ich meinen Ärger über andere ablege und bereit werde zu vergeben. Dass ich ehrlich bin, auch wenn es mir Nachteile bringt. Oder nicht mehr über andere lästere, sondern für die Menschen bete, die mir unsympathisch sind. Das ist ein lebenslanger Prozess, der nicht ohne Hürden und Enttäuschungen ist. Oberflächlich eine fromme Maske anzuziehen ist schließlich nicht schwer. Doch alte Gewohnheiten und innere Einstellungen abzulegen und echte Liebe für meine Mitmenschen zu entwickeln, ist mit Arbeit verbunden, es kostet Überwindung, Kraft, Einsatz.

Wesensveränderung heißt, dass mein Innerstes zuerst verändert wird. Das sind Dinge, die man erst einmal von außen nicht sieht, die aber später Auswirkungen in meinem Handeln haben. Doch wie kann ich diese Veränderung erfahren und fördern? Das A und O ist meine Beziehung zu Jesus. Um ihm ähnlicher zu werden, muss ich meine Beziehung zu ihm pflegen. Schließlich kann ich nur werden wie er, wenn ich weiß, wie er ist.

Das erfahre ich zum Beispiel durch die Bibel, die mir nicht nur hilft, Gottes Wesen besser kennenzulernen, sondern mir auch klar macht, was Gott mit dem Menschen – mit mir – vorhat. Durch das Gebet kann ich ihn aktiv an meinem Leben teilhaben lassen und ihn bitten, mir die Augen für Dinge zu öffnen, die mich von ihm fernhalten oder mich noch im Griff haben.

Frucht bringt nur, wer in Gott bleibt
Wenn meine Beziehung zu Gott stimmt, wachse ich im Glauben und die Veränderung folgt automatisch. Jesus macht das an einem Bild deutlich:

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun (Johannes 15,5).



Genauso wie ein Baum Frucht trägt, wenn er gesund ist und alle Nährstoffe zur Verfügung stehen, so bringt auch der Mensch automatisch Frucht, wenn er ganz nah bei Gott ist.

Dennoch heißt das nicht, dass ich Däumchen drehen und warten kann, bis mein Charakter urplötzlich wie verwandelt ist. Das wird nicht geschehen. Ich muss aktiv an meiner Beziehung zu Gott arbeiten und offen für das Handeln des Heiligen Geistes sein, um von ihm verändert zu werden.

Zu diesem Aktivsein fordert Jesus seine Jünger im obigen Vers auf, indem er sagt: Bleibt in mir. Denn:

Wenn jemand nicht in mir bleibt, geht es ihm wie der unfruchtbaren Rebe: Er wird weggeworfen und verdorrt (Johannes 15,6).

Jesus nachfolgen bedeutet also, aktiv meine Beziehung zu Gott zu pflegen und zu gestalten. Nicht nur, weil ich damit Jesus ähnlicher werde, sondern auch weil Gott damit vor meinen Mitmenschen sichtbar wird (Johannes 15,8). Meine Einstellungen, meine Taten, meine Art und Weise, wie ich mit Menschen umgehe, all das ist ein Zeugnis für andere. Es macht Gottes Wesen für diejenigen sichtbar, die die Bibel vielleicht nicht mehr lesen, ihn aber durch mein Verhalten kennenlernen können (Matthäus 5,16). Die praktischen Taten, die aus meiner Beziehung zu Gott entstehen, sind die Werke, die wertvoll sind in Gottes Augen und für die er mich einmal belohnen wird (Johannes 3,21; 1. Korinther 3,5-17; Kolosser 3,24).

Es sind die Dinge, die ich nicht mit der Motivation tue, von anderen dafür Anerkennung zu bekommen, sondern Gott zu ehren (Matthäus 5,16; 6,5-6).

So jedenfalls der Idealfall. Im Alltag wird mich diese Aufgabe oft vor Herausforderungen stellen: Auf der einen Seite möchte ich, dass meine Menschen meine Wesensveränderung bemerken und meine guten Taten sehen, damit Gott geehrt wird. Auf der anderen Seite soll mein Verhalten nicht aufgesetzt oder geheuchelt sein (Matthäus 6,1). Das ist nicht einfach umzusetzen, besonders wenn ich Verantwortung in einem Bereich meiner Gemeinde übernommen habe. Es kann sein, ich tue meine Aufgabe einmal aus vollstem Herzen für Gott. Ein anderes Mal habe ich keine Lust und mache meinen Job vor allem deswegen, weil ich eben muss und verantwortlich bin. In der Theorie weiß ich, dass meine Aufgabe sinnvoll und richtig ist, aber mein Herz ist nicht dabei.

Solche Phasen gehören zum Leben und ich muss mich deshalb nicht gleich verrückt machen. Aber ich sollte hellhörig werden und meine Motive neu überprüfen, wenn ich merke, dass ich eine Aufgabe dauerhaft ohne Freude und Lust mache.

Der Kompass
Es ist traurig und beruhigend zugleich: Ein perfekter Christ existiert nicht. Jeder wird sein Leben lang Laster haben, die er nicht loswird. Ich werde Jesus zwar ähnlicher, aber ich werde nicht wie er. Ich brauche immer wieder Vergebung. Auch verändere ich mich nicht ständig. Es gibt Phasen des Stillstandes oder Phasen, in denen ich nicht merke, dass Gott wirkt, obwohl er mitten in der Arbeit steckt.

Die guten Taten, die Gott durch die Veränderung meines Wesens bewirkt, sind daher eher vergleichbar mit einem Kompass. Wenn ich in den Bergen wandern gehe und ununterbrochen auf den Kompass schaue, werde ich unweigerlich stolpern und fallen. Der Kompass ist sinnvoll zur Orientierung, um ab und zu darauf zu schauen. Doch er sollte mir nicht die Sicht versperren. So ist es auch mit den sichtbaren Werken. Wenn ich in meinem Alltag nur noch damit beschäftigt bin, mein Handeln zu reflektieren, aus Angst, den falschen Weg zu gehen, wird mich das zu Fall bringen und einengen.

Viel sinnvoller ist es, ab und zu inne zu halten und mein Leben zu überdenken. Auf mein Handeln und mein Herz zu schauen, um zu überprüfen, ob ich noch auf dem richtigen Weg bin. Ich kann mich beispielsweise fragen: Ist meine Beziehung zu Gott noch lebendig? Welche Charakterzüge machen mein Wesen aus: Stimmen sie mit den „Früchten des Geistes“ (Galater 5,22) überein? Welche Eigenschaften sollte ich lieber über Bord werfen? Gibt es Bereiche meines Lebens, in die Gott mir nicht reinreden darf? Wann habe ich das letzte Mal etwas mit Gott erlebt?

Mein Leben auf diese Weise zu überdenken, ist sinnvoll und notwendig. So kann ich erkennen, ob ich wie Paul meine persönliche Beziehung zu Gott vernachlässige und deshalb keine Veränderung erfahre. Oder ob ich wie Marleen dazu neige, gesetzlich zu werden. Ich darf Gott bitten, mir die Augen dafür zu öffnen und mir zu zeigen, woran ich arbeiten kann.

Mit Gott kann ich jederzeit einen Neustart wagen und deshalb brauche ich mich nicht demotivieren zu lassen. Vielmehr darf ich mich daran freuen, dass ich Teil von Gottes großem Plan bin. Er arbeitet zwar noch an mir, aber ich darf auch jetzt schon an seinem Reich mitarbeiten, so unperfekt wie ich bin (1. Korinther 3,8-9). Die Kraft dafür brauche ich nicht einmal selbst aufbringen. Dieses Wissen setzt mich nicht unter Druck, sondern setzt Energie frei. Thomas Schirrmacher fasst es kurz und prägnant zusammen, indem er sagt: „Gott erwartet von uns nur das, was er uns vorher geschenkt hat.“ 4

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#2

Gottes Botschaft: "LASS MICH DIR HELFEN!" Höre das jeden Abend und jeden Morgen!

in Bibelstellen, bis 30.05.2024 19.09.2025 07:36
von Manfredo | 5.171 Beiträge



Gottes Gnade


Das Konzept der Gnade in der Heiligen Schrift ist zentral für das christliche Verständnis von Gottes Wesen und Seinem Handeln gegenüber der Menschheit. Nach dem Prinzip Sola Scriptura wird Gnade hier allein auf Basis biblischer Aussagen erklärt.

Gnade ist Gottes unverdiente Güte und Barmherzigkeit, die Er Sünder*innen schenkt, um sie zu retten, zu rechtfertigen und zu erneuern, ohne dass sie es durch eigene Werke verdienen können.

Im Folgenden werden die wesentlichen Aspekte der Gnade anhand von Bibelstellen dargelegt.1. Definition der Gnade: Gottes unverdiente GunstGnade ist die freiwillige, unverdiente Liebe und Barmherzigkeit Gottes, die Er Menschen schenkt, obwohl sie es nicht verdienen.Epheser 2,8-9: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“Erklärung: Gnade ist die Grundlage des Heils, das nicht durch menschliche Leistungen, sondern durch Gottes freies Geschenk empfangen wird.

Römer 3,23-24: „Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist.“Erklärung: Gnade bedeutet, dass Gott die Sünder trotz ihrer Schuld gerechtfertigt, indem Er sie durch Christus erlöst.

2. Gnade als Grundlage der VergebungGottes Gnade ist die Quelle der Vergebung von Sünden, die durch das Opfer Jesu Christi ermöglicht wird.Titus 3,5-7: „... nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit hat er uns gerettet durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, den er reichlich über uns ausgegossen hat durch Jesus Christus, unseren Heiland, damit wir, durch seine Gnade gerechtfertigt, Erben des ewigen Lebens würden nach der Hoffnung.“Erklärung: Gnade führt zur Vergebung und Wiedergeburt, die allein durch Gottes Barmherzigkeit und nicht durch menschliche Verdienste geschieht.

1. Johannes 1,7: „... und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.“Erklärung: Gottes Gnade zeigt sich in der Sühne durch Christi Blut, das die Grundlage der Vergebung bildet.

3. Gnade und GerechtigkeitGottes Gnade steht nicht im Widerspruch zu Seiner Gerechtigkeit, sondern erfüllt sie durch das stellvertretende Opfer Jesu Christi.Römer 5,1-2: „Da wir nun gerechtfertigt sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus, durch den wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade haben, in der wir stehen, und rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes.“Erklärung: Durch die Gnade Gottes werden Gläubige gerechtfertigt und erhalten Frieden mit Gott, was durch den Glauben an Christus geschieht.

Jesaja 53,5-6: „Doch er war durchbohrt um unserer Missetat willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. [...] Der HERR hat unser aller Schuld auf ihn gelegt.“Erklärung: Gottes Gnade zeigt sich darin, dass Christus die Strafe für die Sünden der Menschheit trug, um Gottes Gerechtigkeit zu erfüllen.

4. Gnade als Kraft für das christliche LebenGottes Gnade ist nicht nur für die Vergebung da, sondern gibt auch Kraft, ein gottgefälliges Leben zu führen und Prüfungen zu bestehen.2. Korinther 12,9: „Und er hat zu mir gesagt: Meine Gnade ist dir genug; denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen. Darum will ich mich am liebsten meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.“Erklärung: Gottes Gnade stärkt Gläubige in ihrer Schwachheit und befähigt sie, Gottes Willen zu tun.

Hebräer 4,16: „Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.“Erklärung: Gottes Gnade ist eine fortlaufende Hilfe, zu der Gläubige jederzeit Zugang haben.

5. Gnade für alle Gottes Gnade wird allen Menschen angeboten, unabhängig von ihrem Hintergrund, da Gott keinen Unterschied macht.Titus 2,11: „Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die allen Menschen das Heil bringt.“Erklärung: Gottes Gnade ist universal und wird durch das Evangelium allen zugänglich gemacht.

Johannes 3,16: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“Erklärung: Gottes Gnade zeigt sich in Seiner Liebe, die allen Menschen das Heil durch Christus anbietet.

6. Gnade und die Verantwortung des Menschen, obwohl Gnade unverdient ist, fordert sie eine Antwort des Glaubens und der Umkehr. Sie ist kein Freibrief für Sünde.Römer 6,1-2: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir in der Sünde verharren, damit die Gnade desto reicher werde? Das sei ferne! Wie sollten wir, die wir der Sünde gestorben sind, noch in ihr leben?“Erklärung: Gottes Gnade führt nicht zu einem Leben in Sünde, sondern zu einem Wandel in Heiligkeit.

Apostelgeschichte 20,21: „... dass ich bezeugt habe, Juden und Griechen die Buße zu Gott und den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus.“Erklärung: Gnade erfordert Buße und Glauben als Antwort des Menschen.

Fazit Gottes Gnade ist Seine unverdiente Liebe und Barmherzigkeit, die Er Sünder*innen schenkt, um sie zu retten, zu rechtfertigen und zu erneuern. Sie ist die Grundlage der Vergebung, die durch Christi Opfer ermöglicht wird, und gibt Kraft für ein gottgefälliges Leben. Gnade ist ein Geschenk, das durch Glauben und Buße empfangen wird, und steht allen Menschen offen, ohne dass sie es durch Werke verdienen können. Sie erfüllt Gottes Gerechtigkeit und fordert gleichzeitig ein Leben, das Seine Gnade widerspiegelt.

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11:25 Jesus sagte: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, obwohl er tot ist, der wird leben. 11:26 Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?
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