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Müssen Christen den Sabbat halten?
Kurz vorausgeschickt: Nein, Christen müssen nicht den
Sabbat einhalten. Können und dürfen Christen den
Sabbat halten? Ja, am Sabbat ist nichts verkehrt oder
schlecht. Wer als Christ den Sabbat halten möchte, sollte
sich aber davor hüten, andere Christen, die ihn nicht
halten, zu verurteilen. Warum, werden wir bei unserer
biblischen Untersuchung zu diesem Thema gleich sehen.
Was ist der Sabbat?
Der Sabbat war ein göttlich festgesetzter Tag der Ruhe
von der Arbeit. Der hebräische Begriff leitet sich vom
Verb schaváth her, das „ruhen“ oder „aufhören“ bedeutet.
Der Sabbat wurde als heiliger Tag begangen. Er begann
am Freitagabend bei Sonnenuntergang und dauerte bis
Samstagabend zum Sonnenuntergang – also 24 Stunden.
Das Sabbatgebot ist das vierte der Zehn Gebote, die Gott
JHWH den Israeliten, seinem Bundesvolk, gab (2. Mo.
20:8-11).
Die Israeliten begannen das Sabbatgebot zu beachten, als
sich die Nation Israel im zweiten Monat nach ihrem
Auszug aus Ägypten in der Wildnis aufhielt (2. Mo. 16:1,
23, 29, 30). Der Wochensabbat war nur ein Bestandteil
eines ganzen Systems von Sabbaten, das mit dem
Gesetzesbund kurze Zeit später am Berg Sinai offiziell in
Kraft gesetzt wurde. Von einigen dieser Sabbate seien
hier nur neben dem 7. Tag, das 7. Jahr, das 50. Jahr
(Jubeljahr) und der 14. Nisan (Passah) erwähnt. Näheres
findet sich dazu im mosaischen Gesetz aufgezeichnet.
Stehen Christen unter dem „Gesetz“ und dem
alten Bund?
Gemäß 2. Mose 31:16, 17 heißt es: „Darum sollen die
Israeliten den Sabbat halten, dass sie ihn auch bei ihren
Nachkommen halten als ewigen Bund. Er ist ein ewiges
Zeichen zwischen mir und den Israeliten. Denn in sechs
Tagen machte der HERR Himmel und Erde, aber am
siebenten Tage ruhte er und erquickte sich.“
Ist dieser Bund auch auf uns Christen übergegangen?
Nein, der geschlossene Bund galt den Israeliten, nicht
Menschen aus anderen Völkern. „Aber“, könnte jemand
einwenden, „wird in der Bibel nicht gesagt, dass Heidenchristen in ,
Israel' sozusagen eingepfropft werden, weil
Israeliten daraus ausgebrochen wurden? Dadurch haben
sie doch Anteil an Israel und seinen Bundesverpflichtungen, oder?“
Gemäß Römer 11:20-22 heißt es: „Ganz recht! Sie
wurden ausgebrochen um ihres Unglaubens willen; du
aber stehst fest durch den Glauben. Sei nicht überheblich, sondern fürchte dich! Hat Gott die natürlichen
Zweige nicht verschont, wird er auch dich nicht verschonen. Darum sieh die Güte und die Strenge Gottes:
die Strenge gegenüber denen, die gefallen sind, die Güte
Gottes aber dir gegenüber, sofern du in der Güte bleibst;
sonst wirst auch du abgehauen werden.“ Was bedeutet
das nun? Das angesprochene „Einpfropfen“ (z.B. im Vers
17) erfolgt aufgrund der glaubensvollen Anerkennung
des neuen Bundes und seines Mittlers Jesus Christus.
Das macht den entscheidenden Unterschied!
Der neue Bund verändert für Judenchristen
und damit auch für Heidenchristen alles
JHWH ließ durch seinen Propheten Jeremia den neuen
Bund ankündigen, als er gemäß Jeremia 31:31-34 (NeÜ)
sagte: „Passt auf! Die Zeit wird kommen“, spricht Jahwe,
„da schließe ich einen neuen Bund mit Israel und Juda.
Er ist nicht mit dem zu vergleichen, den ich damals mit
ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm und
aus Ägypten herausführte. Diesen Bund haben sie gebrochen, obwohl ich doch ihr Herr war“, spricht Jahwe.
„Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel
schließen werde, wird ganz anders sein“, spricht Jahwe.
„Ich schreibe mein Gesetz in ihr Herz, ich lege es tief in
sie hinein. So werde ich ihr Gott sein und sie mein Volk.
Dann muss keiner mehr den anderen belehren, niemand
muss mehr zu seinem Bruder sagen: ,Erkenne doch
Jahwe!' Denn alle werden mich erkennen, vom Geringsten bis zum Größten“, spricht Jahwe. „Denn ich
werde ihre Schuld vergeben und an ihre Sünde nie mehr
denken.“
Ja, der alte Bund, der durch die Israeliten gebrochen
worden war, sollte durch den neuen Bund ersetzt werden
(Heb. 8:13). Die Israeliten konnten die Gesetzesbestimmungen nicht vollständig einhalten. Dazu war nur Jesus
Christus – von Geburt aus Jude – als vollkommener
Mensch in der Lage; er erfüllte es deshalb vollkommen;
als er starb, wurde es beendet (Röm. 10:4).
Welche segensreichen Folgen hatte es für Juden, die
Jesus als Messias annahmen und Christen wurden? Der
Apostel Paulus, selbst Judenchrist, drückte es folgendermaßen aus: „Jetzt aber sind wir frei geworden vom
Gesetz, dem gestorben, woran wir gebunden waren,
sodass wir in der neuen Wirklichkeit des Geistes dienen,
nicht mehr in der alten Wirklichkeit des Buchstabens“
(Röm. 7:6, EÜ).
Christus war der Mittler eines „neuen Bundes“ und „der
neuen Wirklichkeit des Geistes“ für Gottes Volk – für ein
erneuertes „Israel“ – und erklärte damit das mosaische
Gesetz mit seinen Bestimmungen und den alten Bund für
seine getauften Nachfolger durch seinen Opfertod für
beendet. Für sie galt nur der neue Bund und „das Gesetz
Christi“ (Gal. 6:2; Heb. 9:15).
Unruhe wegen einer Streitfrage im 1. Jahrhundert
Doch selbst unter den frühen Christen des 1. Jahrhunderts
gab es manche, die das nicht wahrhaben wollten oder
noch nicht richtig verstanden. Einige Judenchristen forderten daher, dass Heiden, die Christen wurden, sich
beschneiden lassen müssten und das Gesetz Mose halten
sollten. Das sorgte für beträchtliche Spannungen und
Unruhe unter Christi Nachfolgern. Der Bibelbericht
lautet: „Da traten einige von der Gruppe der Pharisäer
auf, die gläubig geworden waren, und sprachen:
Man muss sie beschneiden und ihnen gebieten, das
Gesetz des Mose zu halten. Da kamen die Apostel und
die Ältesten zusammen, über diese Sache zu beraten“
(Apg. 15:5, 6).
Unter der Leitung des Heiligen Geist kamen sie zu einem
Ergebnis, der Gottes Sichtweise in dieser nicht unwichtigen Frage wiederspiegelte. Sie schrieben an die Versammlungen, wo diese Streitfrage für großen Wirbel
gesorgt hatte:
„Wir, die Apostel und Ältesten, eure Brüder, grüßen die
Brüder aus den Heiden in Antiochia und Syrien und
Kilikien. Weil wir gehört haben, dass einige von den
Unsern, denen wir doch nichts befohlen hatten, euch mit
Lehren irregemacht und eure Seelen verwirrt haben, so
haben wir, einmütig versammelt, beschlossen, Männer
auszuwählen und zu euch zu senden …, die euch mündlich dasselbe mitteilen werden. Denn es gefällt dem
Heiligen Geist und uns, euch weiter keine Last aufzuerlegen als nur diese notwendigen Dinge: dass ihr euch
enthaltet vom Götzenopferfleisch und vom Blut und vom
Erstickten und von Unzucht. Wenn ihr euch davor bewahrt, tut ihr recht. Lebt wohl!“ (Apg. 15:23-29).
Das war eine klare und unmissverständliche Antwort!
Nein, die Beschneidung war nicht mehr erforderlich,
ebenso nicht das Halten des mosaischen Gesetzes, und
damit auch nicht das Halten des Sabbats. Nichts Gegenteiliges und Verpflichtendes diesbezüglich ist darüber in
diesem Schreiben zu finden, wozu aber die Gelegenheit
gewesen wäre, wäre es in Gottes Sinn für Christen
gewesen.
Christen stehen also nicht unter dem alten Bund für
Israel, ihnen gilt nicht das Gesetz Mose mit seinen zahllosen Bestimmungen für die Juden; sie müssen nicht
den Sabbat halten (Röm. 7:5-12; 8:1, 2).
Sich vor dem Richtgeist hüten – im Geist des
Sabbbats leben
Selbstverständlich kann der einzelne Christ frei darüber
entscheiden, an welchem Tag oder an welchen Tagen er
Freiraum für Gebet und Studium der Heiligen Schrift
einräumen möchte: sei es an einem Freitag, einem
Samstag oder einem Sonntag. Völlig unangebracht wäre
es aber, andere Christen auf den Sabbat zu verpflichten
oder ihnen sogar anzudrohen, sie könnten sonst keine
Rettung erlangen! Dies taten die Pharisäer und Juden
christen, die aus der Gruppierung der Pharisäer hervorgegangen waren. Christen, die die Erlösung durch
Christus verstanden hatten, waren nicht bereit, ihnen in
dieser Hinsicht auch nur einen kleinen Finger zu reichen,
denn daran hätte sich unweigerlich mehr anschließen
müssen. Es bestand für Christen – Befreite – die reale
Gefahr, wieder jüdisch-„gesetzlich“ zu werden und aus
der Gnade „herauszufallen“ (siehe bitte Gal. 5:1-10, 13).
Diese Gefahr besteht auch heute noch für jeden, der sich
einer „christlichen“ Gemeinschaft mit Sabbatpflicht anschließt, beispielsweise den Adventisten.
„Wegen dieser Sache hatten sich nämlich falsche Brüder
eingeschlichen. Sie waren eingedrungen, um die Freiheit
auszuspionieren, die wir durch Jesus Christus haben,
und uns wieder zu versklaven. Denen haben wir keinen
Augenblick nachgegeben, damit die Wahrheit des Evangeliums euch ganz erhalten bleibt“ (Gal. 2:4, 5, NeÜ).
„Brüder und Schwestern, ich wünsche von ganzem
Herzen und bete zu Gott, dass sie gerettet werden. Denn
ich bezeuge ihnen, dass sie Eifer haben für Gott, aber
ohne Erkenntnis. Denn indem sie die Gerechtigkeit
Gottes verkannten und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten suchten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes
nicht unterworfen“ (Röm. 10:1-3, EÜ).
„Object 1 Ich habe nicht meine eigene Gerechtigkeit, die aus
dem Gesetz kommt, sondern jene Gerechtigkeit durch
den Glauben an Christus, die aus Gott kommt aufgrund
des Glaubens“ (Php. 3:9, ZüB).
„Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter
dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5. Mose 27,26):
»Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was
geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er's
tue!« Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor
Gott, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben
leben« (Habakuk 2,4). Das Gesetz aber ist nicht »aus
Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben« (3. Mose 18,5). Christus aber hat uns
losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch
wurde für uns – denn es steht geschrieben (5. Mose
21,23): »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«“
(Gal. 3:10-13, Lu).
„An Tage, Monate, Festzeiten und Jahre haltet ihr euch!
Ich fürchte, meine Mühe um euch war umsonst“ (Gal.
4:10, 11, ZüB).
„Lasst euch deshalb von niemand verurteilen („ein
schlechtes Gewissen machen“, Lu), nur weil ihr bestimmte Dinge esst oder trinkt oder weil ihr bestimmte
Feste oder Feiertage oder Sabbate nicht beachtet.
Denn das alles sind nur Schattendinge von dem, was in
Christus leibhaftige Wirklichkeit geworden ist“ (Kol.
2:16, 17, NeÜ).
„Wer bist du, dass du einen fremden Knecht richtest?
Er steht oder fällt seinem Herrn. Er wird aber stehen
bleiben; denn der Herr kann ihn aufrecht halten. Der eine
hält einen Tag für höher als den andern; der andere
aber hält alle Tage für gleich. Ein jeder sei seiner
Meinung gewiss. Wer auf den Tag achtet, der tut's im
Blick auf den Herrn; wer isst, der isst im Blick auf den
Herrn, denn er dankt Gott; und wer nicht isst, der isst im
Blick auf den Herrn nicht und dankt Gott auch. Denn
unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber.
Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so
sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben,
so sind wir des Herrn“ (Röm. 14:4-8, Lu).
Ein Christ darf im Geist des Sabbats leben –jeden Tag.