#1

Ein Junge fragt Jesus: Warum war die Reformation so wichtig

in Irrlehren der großen Weltkirchen 01.10.2025 21:56
von Manfredo | 5.171 Beiträge



Reformation und katholische Kirche: Veränderungen und Überbleibsel.

Das ist eine ausgezeichnete Frage, die den Kern eines der größten Wendepunkte der europäischen Geschichte berührt. Hier ist eine detaillierte Aufschlüsselung.

Was vor der Reformation in der katholischen Kirche verboten oder exklusiv war:
Vor der Reformation (also vor 1517) war die katholische Kirche die alleinige religiöse Autorität in Westeuropa. Viele Praktiken, die für uns heute selbstverständlich sind, waren verboten oder streng kontrolliert:

Die Bibel in der Landessprache lesen:

Verboten für Laien: Die offizielle Bibel war die lateinische Vulgata. Das Lesen und Auslegen der Bibel war dem Klerus vorbehalten. Übersetzungen in Volkssprachen (wie Deutsch oder Englisch) wurden oft als ketzerisch angesehen und verbrannt. Der gläubige Laie war darauf angewiesen, was der Priester ihm predigte.

Priesterehe:

Verboten (Zölibat): Seit dem 11. Jahrhundert war der Zölibat, also die Ehelosigkeit für Priester, verbindliche Vorschrift. Dies sollte die spirituelle Reinheit und die ungeteilte Hingabe an Gott symbolisieren.

Der Laienkelch:

Verboten für Laien: Während der Messe erhielten die Gläubigen nur die Hostie (den Leib Christi). Der Kelch mit dem Wein (das Blut Christi) war allein dem Priester vorbehalten.

Direkter Zugang zu Gott ohne Priester:

Theologisch eingeschränkt: Die Kirche lehrte, dass die Sakramente (Taufe, Beichte, Eucharistie usw.) notwendig für das Heil seien und nur von geweihten Priestern gespendet werden konnten. Der Priester war somit der unverzichtbare Mittler zwischen Gott und den Menschen.

Kritik am Ablasshandel:

De facto verboten: Die theologische und erst recht öffentliche Kritik an kirchlichen Missständen, insbesondere am Ablasshandel (die Praxis, gegen Geldspenden Sündenstrafen zu erlassen), wurde streng unterdrückt und als Auflehnung gegen die von Gott eingesetzte Autorität bestraft.

Was sich nach der Reformation grundlegend änderte:
Die Reformatoren (Luther, Calvin, Zwingli etc.) brachen mit diesen Grundsätzen und etablierten neue kirchliche Traditionen. Ihre zentralen Forderungen und die daraus resultierenden Veränderungen waren:

"Solus Christus" & "Sola Fide" (Allein Christus & Allein durch Glauben):

Änderung: Die Erlösung kommt allein durch den Glauben an Jesus Christus und nicht durch gute Werke oder die Vermittlung der Kirche. Dies entzog dem gesamten System der Sakramente, Ablässe und Verdienste die theologische Grundlage.

"Sola Scriptura" (Allein die Schrift):

Änderung: Die Bibel ist die alleinige Grundlage des Glaubens und nicht die Tradition oder die Lehrentscheidungen des Papstes. Jeder Gläubige sollte die Bibel in seiner eigenen Sprache lesen können. Dies führte zu einer Flut von Bibelübersetzungen.

"Priestertum aller Gläubigen":

Änderung: Da Christus der einzige Mittler ist, sind alle Getauften "Priester" vor Gott. Der pastorale Dienst (Pfarrer) ist ein Amt, das von der Gemeinde verliehen wird, nicht ein besonderer geistlicher Stand mit besonderen Kräften. Dies ermöglichte die Abschaffung des Zölibats.

Abschaffung des Ablasshandels und vieler Sakramente:

Änderung: Die Reformatoren reduzierten die sieben Sakramente der Katholischen Kirche auf zwei (Taufe und Abendmahl) und lehnten den Ablass kategorisch ab.

Neue Abendmahlslehre:

Änderung: Die protestantischen Kirchen lehnten die katholische Lehre der Transsubstantiation ab (die Hostie verwandelt sich wesentlich in den Leib Christi). Luther lehrte die Realpräsenz (Christus ist in, mit und unter Brot und Wein gegenwärtig), während Reformierte und Täufer eine symbolischere Auffassung vertraten. Der Laienkelch wurde für alle eingeführt.

Was davon in der heutigen (katholischen) Kirche noch übrig geblieben ist:
Die katholische Kirche hat sich durch die Reformation zwar reformiert (sog. "Katholische Reformation" oder "Gegenreformation"), aber an ihren grundlegenden Dogmas festgehalten. Viele der damals kritisierten Punkte sind in der katholischen Kirche bis heute gültig:

Der Papst und das Lehramt:

Übrig geblieben: Die Autorität des Papstes als Nachfolger Petri und das unfehlbare Lehramt der Kirche (wenn der Papst ex cathedra in Glaubensfragen spricht) sind bis heute zentral und unverändert.

Die sieben Sakramente:

Übrig geblieben: Die katholische Kirche feiert weiterhin sieben Sakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie, Buße, Krankensalbung, Weihesakrament, Ehe). Die Sakramente gelten als notwendige Heilswege.

Die Eucharistie in ihrer traditionellen Form:

Übrig geblieben: Die Lehre von der Transsubstantiation ist unverändert. Der Priester verwandelt Brot und Wein in Leib und Blut Christi. Der Laienkelch ist zwar heute unter bestimmten Bedingungen erlaubt, aber der Empfang nur der Hostie ist immer noch der Normalfall.

Der Zölibat:

Übrig geblieben: Für Priester der lateinischen Kirche (nicht der Ostkirchen!) ist der Zölibat nach wie vor verbindliche Voraussetzung.

Die Bedeutung der Tradition:

Übrig geblieben: Die katholische Lehre stützt sich gleichermaßen auf die Heilige Schrift und die Heilige Tradition – also die überlieferten Glaubensaussagen der Kirchenväter, Konzilien und Päpste. "Sola Scriptura" wurde abgelehnt.

Wichtiger Nachtrag: Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965)
Dieses Konzil brachte einen Wendepunkt in der Haltung der katholischen Kirche gegenüber den Protestanten. Man erkannte sie offiziell als "getrennte Brüder und Schwestern" an, förderte die ökumenische Zusammenarbeit und erlaubte die Verwendung von Landessprachen in der Liturgie (die Messe wird nicht mehr nur auf Latein gefeiert). Die grundlegenden dogmatischen Unterschiede (Papstamt, Sakramente, Tradition) bestehen jedoch fort.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Reformation spaltete die abendländische Christenheit. Die protestantischen Kirchen etablierten völlig neue theologische Grundsätze (Priestertum aller Gläubigen, Sola Scriptura, Abschaffung des Zölibats). Die katholische Kirche reformierte sich innerlich, hielt aber an den meisten der damals kritisierten Institutionen und Lehren fest, die bis heute das wesentliche Unterscheidungsmerkmal zum Protestantismus darstellen.

Die Frage strikt nach dem reformatorischen Prinzip "Sola Scriptura" (allein die Schrift). Das bedeutet, eine Lehre oder Praxis gilt nur dann als gültig und heilsrelevant, wenn sie entweder explizit in der Bibel geboten oder durch klare biblische Beispiele bezeugt wird.

Aus dieser Perspektive sind von den sieben Sakramenten nur zwei als von Christus eingesetzte Heilsmittel zu erkennen, die für Gläubige verbindlich sind:

1. Die zwei biblisch bezeugten Sakramente (Heilsmittel)
a) Die Taufe

Biblischer Befehl: Jesus Christus selbst befiehlt sie: "Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" (Matthäus 28,19).

Heilsrelevanz: Sie wird direkt mit der Sündenvergebung und der Rettung verknüpft: "Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. [...] durch die Auferstehung Jesu Christi" (1. Petrus 3,21). "Kehrt um, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden" (Apostelgeschichte 2,38).

Fazit: Die Taufe ist nach der Schrift ein von Christus eingesetztes, heilsrelevantes Zeichen der Umkehr und Vergebung.

b) Das Abendmahl (Eucharistie)

Biblischer Befehl: Jesus Christus setzte es persönlich ein mit dem Befehl: "Tut dies zu meinem Gedächtnis" (Lukas 22,19; 1. Korinther 11,24-25).

Heilsrelevanz: Es ist eine Teilhabe am Leib und Blut Christi: "Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" (1. Korinther 10,16). Es ist ein Zeichen des Neuen Bundes (1. Korinther 11,25).

Warnung: Es in "unwürdiger" Weise zu nehmen, hat ernste Konsequenzen: "Denn wer so isst und trinkt, dass er den Leib des Herrn nicht achtet, der isst und trinkt sich selbst zum Gericht" (1. Korinther 11,29).

Fazit: Das Abendmahl ist ein von Christus befohlenes, heilsrelevantes Mittel der Gemeinschaft mit ihm.

2. Die fünf weiteren Sakramente im Licht der "Sola Scriptura"
Die anderen fünf Sakramente werden aus reformatorischer Sicht abgelehnt, da sie nicht als von Christus eingesetzte, heilsnotwendige Sakramente in der Schrift zu finden sind. Sie werden als fromme menschliche Traditionen betrachtet.

Sakrament
Biblische Begründung (aus Sola-Scriptura-Perspektive)

Firmung / Konfirmation
Keine biblische Einsetzung als separates Sakrament. Die Gabe des Heiligen Geistes geschieht durch den Glauben selbst (Apostelgeschichte 10,44-48; Galater 3,2-5).

Bußsakrament
Die Sündenvergebung wird allein durch Glauben an Christus empfangen (Apostelgeschichte 10,43; 1. Johannes 1,9). Die Beichte gegenüber Mitchristen wird zur Fürbitte ermutigt (Jakobus 5,16), nicht als sakramentaler Akt mit Sündenvergebung durch einen Priester.

Weihesakrament
Die Bibel kennt keine priesterliche Weihe, die einen besonderen geistlichen "Stand" schafft, der allein Sakramente spenden darf. Das Priestertum aller Gläubigen (1. Petrus 2,9) ist die Grundlage. Älteste/Bischöfe werden für Leitungsaufgaben eingesetzt, nicht als Mittler zwischen Gott und Mensch.

Ehe
Die Ehe ist eine von Gott in der Schöpfung eingesetzte, heilige Ordnung (1. Mose 2,24), aber kein von Christus im Evangelium eingesetztes Sakrament, das Gnade zur Rettung vermittelt.

Krankensalbung
Jakobus 5,14-15 erwähnt Salbung mit Öl durch die Ältesten. Aus Sola-Scriptura-Sicht ist dies eine Gebetshandlung mit Verheißung, nicht ein von Christus eingesetztes letztes Sakrament. Die Vergebung der Sünden kommt hier aus dem Glauben, nicht aus der Salbung.

Abschließendes Fazit nach "Sola Scriptura":
Nach dem Prinzip "Allein die Schrift" sind nur Taufe und Abendmahl heilsrelevante Sakramente, da nur sie:

Explizit von Jesus Christus eingesetzt und den Jüngern aufgetragen wurden.

Ein sichtbares Element (Wasser, Brot, Wein) mit einer göttlichen Verheißung (Sündenvergebung, Gemeinschaft mit Christus) verbinden.

Direkt für alle Gläubigen bestimmt sind.

Die anderen fünf sind fromme und oft nützliche Handlungen, aber sie sind nicht heilsnotwendig. Das Heil kommt nach reformatorischer Überzeugung allein aus Gnaden (Sola Gratia), allein durch Glauben (Sola Fide), allein um Christi willen (Solus Christus) – und wird durch die beiden biblischen Sakramente bezeugt und versiegelt, aber nicht "bewirkt". Jede Lehre, die weitere Handlungen als notwendig für die Erlangung des Heils erklärt, wird aus dieser Perspektive als ein Zusatz zum vollendeten Werk Christi am Kreuz und somit als Verfälschung des Evangeliums gesehen (Galater 1,6-9).

Für mich ist vieles in der Katholischen Kirche nicht in Ordnung, soll aber nicht heißen dass Katoliken am Ende verloren gehen. Gott der Herr
ist der alleinige Richter!

Jeder muss die Bibel lesen und dann entscheiden was wichtiger ist.

1. Die Bibel, Sola Scriptura
oder
2 Dogmen und Lehren von Menschen gemachten zutaten die nicht in der Bibel stehen.

1. Die Hinzufügung zur Heiligen Schrift
Das biblische Prinzip:

"Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit." (2. Timotheus 3,16)
"Jedes Wort Gottes ist läutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen. Tue nichts zu seinen Worten hinzu, dass er dich nicht strafe und du als Lügner dastehst." (Sprüche 30,5-6)

Die Kritik (Sola Scriptura):
Aus Sicht des "Sola Scriptura" stellt die katholische Kirche ihre Traditionen (wie das Lehramt des Papstes, die Verehrung Marias und der Heiligen, das Fegefeuer) auf eine Stufe mit oder sogar über die Schrift. Dies wird als ein "Hinzutun" zu Gottes Wort gewertet, was nach Sprüche 30,6 verboten ist.


2. Das alleinige Mittleramt Christi
Das biblische Prinzip:

"Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus." (1. Timotheus 2,5)

Die Kritik:
Die Fürbitte von Heiligen und Maria sowie die zentrale Rolle des Priesters als notwendiger Vermittler der Sündenvergebung (z.B. im Bußsakrament) wird aus dieser Perspektive als Infragestellung des alleinigen Mittleramtes Jesu Christi gesehen.

3. Die Lehre der Rechtfertigung: Werke vs. Glaube
Das biblische Prinzip:

"So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben." (Römer 3,28)
"Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme." (Epheser 2,8-9)

Die Kritik:
Das System der Sakramente, gute Werke, Ablässe und das Fegefeuer wird als ein Heilsweg interpretiert, der auf menschlichen Werken basiert. Dies steht nach reformatorischer Auffassung im klaren Widerspruch zur biblischen Lehre der Rechtfertigung allein aus Gnaden durch den Glauben (Sola Fide).


4. Christus als alleiniges Haupt der Kirche
Das biblische Prinzip:

"Und er ist das Haupt des Leibes, nämlich der Gemeinde." (Kolosser 1,18)

Die Kritik:
Die Sonderstellung des Papstes als "Heiliger Vater" und "Stellvertreter Christi" auf Erden wird als Usurpation der alleinigen Hauptschaft Christi über seine Gemeinde (die Gläubigen) angesehen. Der Titel "Heiliger Vater" wird zudem als direkt dem Gebot Jesu widersprechend angesehen, der in Matthäus 23,9 sagt: "Ihr sollt niemanden euren Vater nennen auf Erden; denn einer ist euer Vater, der im Himmel ist."


Biblische Warnungen vor falschen Lehren
Reformatoren beriefen sich auf Warnungen wie:

"Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe." (Matthäus 7,15)
"Denn es werden Menschen auftreten, die mit falschen Lehren die Gemeinde verführen." (Apostelgeschichte 20,30)

Fazit aus der Perspektive des "Sola Scriptura":
Aus streng reformatorisch-biblischer Sicht wird die katholische Kirche als eine menschliche Institution, die durch Hinzufügungen und Abweichungen vom klaren Wort der Schrift die alleinige Autorität der Bibel, die alleinige Mittlerschaft Christi und das Evangelium der Rechtfertigung aus Gnaden durchdrungen von Werkgerechtigkeit verdunkelt.

Sie wird damit in die Nähe der "falschen Propheten" und "falschen Lehrer" gerückt, vor die die Bibel warnt. Die schärfste biblische Kritik richtet sich nicht gegen offensichtlich heidnische Religionen, sondern gegen Systeme, die sich den Anschein der Frömmigkeit geben, aber den Kern des Evangeliums – die souveräne Gnade Gottes – verfälschen.

Wichtig: Dies ist eine theologische Perspektive, die sich aus dem Prinzip "Sola Scriptura" ableitet. Die katholische Kirche selbst beruft sich auf Schrift und Tradition und würde diese Interpretation entschieden ablehnen.


nach oben springen


11:25 Jesus sagte: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, obwohl er tot ist, der wird leben. 11:26 Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?
Besucher
0 Mitglieder und 3 Gäste sind Online

Besucherzähler
Heute waren 3 Gäste , gestern 16 Gäste online

Forum Statistiken
Das Forum hat 2324 Themen und 4713 Beiträge.