Das große Schweigen
Fast 1500 Jahre lang war die Bibel in Österreich für das Volk ein verschlossenes Buch. Sie lag nicht auf den Tischen der Bauern, sie wurde nicht in den Häusern gelesen, ihre Worte erklangen nicht in der Volkssprache – sondern nur in der Fremdheit des Lateins, gehütet hinter den Mauern der Kirche.
Warum?
Weil man dem Volk nicht zutraute, Gottes Wort zu verstehen.
Weil man fürchtete, das Licht könnte blenden und entlarven.
Weil man die Kontrolle nicht abgeben wollte an den Heiligen Geist, der dort weht, wo er will.
Und so war es: 1500 Jahre Dunkelheit, in denen die Menschen mehr an Traditionen als an der Wahrheit hingen, mehr an Äußerlichkeiten als an dem lebendigen Gott.
Antwort auf den Kommentar, dass die Bibel in D auch lange verboten war:
Bis zu Luther, weil alles katholisch war, aber das war fast 250 Jahre vorher. Und in den katholischen Gegenden war die Bibel sicher auch noch länger tabu. Aber die gleiche Zeit seit Luther 250 Jahre gibt es jetzt, seitdem die Bibel in Österreich erlaubt ist: 250 Jahre. Das ist schon eine unglaublich lange Zeit. Die katholische Kirche hat alles blockiert!