Die Entrückung ist ein Konzept im christlichen Glauben, bei dem Christen glauben, dass Jesus Christus Gläubige in einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt in den Himmel holen wird, bevor eine Periode großer Not auf der Erde beginnt, die als "Große Trübsal" bekannt ist. Dieses Ereignis und was danach geschieht, ist in verschiedenen christlichen Traditionen unterschiedlich ausgelegt, insbesondere in der Eschatologie (Lehre von den letzten Dingen). Hier sind einige der häufigsten Überzeugungen darüber, was Christen nach der Entrückung erwartet:
Himmel und Belohnung:
Viele Christen glauben, dass nach der Entrückung die Gläubigen in den Himmel kommen und vor dem Richterstuhl Christi erscheinen werden. Dort werden sie für ihre Taten auf der Erde belohnt. Dies wird oft als "Bema-Sitz" oder "Preisrichterstuhl Christi" bezeichnet, wo die Gläubigen Belohnungen für ihre Treue und guten Werke empfangen.
Das Hochzeitsmahl des Lammes:
Nach der Entrückung glauben viele Christen, dass sie an einem festlichen Ereignis teilnehmen werden, das als "Hochzeitsmahl des Lammes" bezeichnet wird. Dieses Fest symbolisiert die Vereinigung von Christus (dem Bräutigam) und der Kirche (seiner Braut). Es ist ein Bild für die enge Gemeinschaft und die Freude, die die Gläubigen im Himmel erleben werden.
Die große Trübsal:
Während die Gläubigen entrückt sind, glauben viele, dass auf der Erde eine Zeit des großen Leidens und der göttlichen Gerichte über die Menschheit hereinbricht. Diese Periode wird als "Große Trübsal" bezeichnet und dauert nach gängiger Interpretation sieben Jahre. Es wird geglaubt, dass während dieser Zeit der Antichrist aufsteigen wird und große Drangsal und Verfolgung über die Welt bringt.
Die Wiederkunft Christi:
Nach der Trübsal wird erwartet, dass Christus in Herrlichkeit wiederkommt, um die Welt zu richten und das Tausendjährige Reich zu errichten. Bei dieser Wiederkunft werden die Heiligen, die zuvor entrückt wurden, zusammen mit Christus auf die Erde zurückkehren, um mit ihm zu regieren.
Das Tausendjährige Reich:
Viele Christen glauben, dass nach der Wiederkunft Christi ein Zeitraum von 1000 Jahren beginnt, in dem Christus auf der Erde herrscht und Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Während dieses "tausendjährigen Reichs" werden die Gläubigen mit Christus regieren.
Neuer Himmel und neue Erde:
Am Ende des tausendjährigen Reiches und nach dem letzten Gericht (dem „großen weißen Thron“ Gericht) wird geglaubt, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, in denen die Gläubigen für immer in der Gegenwart Gottes leben werden. Dies wird als das endgültige und ewige Heim der Gläubigen betrachtet, frei von Sünde, Leid und Tod.
Diese Vorstellungen variieren zwischen verschiedenen christlichen Konfessionen und theologischen Auslegungen. Einige Christen, wie die Amillennialisten, glauben nicht an eine buchstäbliche Entrückung oder ein tausendjähriges Reich, sondern sehen diese Ereignisse als symbolisch oder bereits erfüllt an. Andere, wie die Prämillennialisten, erwarten die Entrückung als ein zukünftiges, wörtlich zu nehmendes Ereignis.