In Matthäus 27,51-53 wird berichtet, dass nach dem Tod Jesu Gräber geöffnet wurden und "viele Leiber der entschlafenen Heiligen" auferstanden und in Jerusalem erschienen. Hier der genaue Text:
"Und siehe, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von oben an bis unten aus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen standen auf und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen." (Matthäus 27,51-53, Luther 1912)
Wer waren diese "entschlafenen Heiligen"?
"Heilige" (griech. hagioi) – Im biblischen Kontext bezieht sich dies auf gläubige Menschen aus dem Alten Bund, die in der Hoffnung auf den Messias gestorben waren (z. B. treue Diener Gottes wie Abraham, Mose, David oder die Propheten).
"Entschlafene" – Ein biblischer Ausdruck für Verstorbene (vgl. 1. Thessalonicher 4,13-14).
Zeichen der Macht Jesu über den Tod – Ihre Auferstehung war ein dramatisches Zeichen dafür, dass durch Jesu Tod der Sieg über die Sünde und der Tod begonnen hatte (vgl. Kolosser 2,15; Offenbarung 1,18).
Begrenzte Auferstehung – Sie wurden nicht wie Lazarus zu normalem Leben zurückgebracht, sondern wahrscheinlich als Zeugen der messianischen Herrlichkeit auferweckt und später in den Himmel aufgenommen (ähnlich wie Henoch oder Elia).
Warum wird sonst nicht darüber berichtet?
Dieses Ereignis wird nur bei Matthäus erwähnt, möglicherweise weil es ein einzigartiges, symbolträchtiges Zeichen für Israel war (vgl. Hesekiel 37,12-14).
Die "vielen", denen sie erschienen, könnten Gläubige in Jerusalem gewesen sein, die dies als Bestätigung von Jesu Messianität verstanden.
Fazit: Es handelte sich um fromme Gläubige der alttestamentlichen Zeit, die durch Gottes Macht als Zeugen der Auferstehung Jesu vorübergehend ins Leben zurückkehrten.