Matthäus 6,19-34
Schätze auf Erden und im Himmel
→ Lk 12,15-34; 1Tim 6,9-10
19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen.
20 Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen!
21 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
22 Das Auge ist die Leuchte des Leibes. Wenn nun dein Auge lauter ist, so wird dein ganzer Leib licht sein.
23 Wenn aber dein Auge verdorben ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
24 Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon![3]
Von unnützen Sorgen
25 Darum sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?
26 Seht die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht und ernten nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheunen, und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
27 Wer aber von euch kann durch sein Sorgen zu seiner Lebenslänge[4] eine einzige Elle hinzusetzen?
28 Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Betrachtet die Lilien des Feldes, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht und spinnen nicht;
29 ich sage euch aber, daß auch Salomo in all seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen.
30 Wenn nun Gott das Gras des Feldes, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wird er das nicht viel mehr euch tun, ihr Kleingläubigen?
31 Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden?
32 Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles benötigt.
33 Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit[5], so wird euch dies alles hinzugefügt werden!
34 Darum sollt ihr euch nicht sorgen um den morgigen Tag; denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Jedem Tag genügt seine eigene Plage.
In Matthäus 6,19-34 spricht Jesus in der Bergpredigt über die Prioritäten des Lebens und wie sich die Gläubigen auf das Reich Gottes ausrichten sollen. Die „Schätze im Himmel“ stehen in Kontrast zu den „Schätzen auf Erden“. Sie repräsentieren geistliche und ewige Werte, die im Einklang mit Gottes Willen und dem Streben nach einem gottgefälligen Leben stehen.
Kontext und Bedeutung
Schätze auf Erden (Vers 19): Diese beziehen sich auf materielle Besitztümer und weltliche Dinge, die vergänglich sind. Jesus warnt davor, sie zu horten, da sie durch Motten, Rost oder Diebe zerstört werden können.
Schätze im Himmel (Vers 20): Diese Schätze sind unvergänglich und werden durch ein Leben gesammelt, das sich auf die ewigen Werte Gottes konzentriert. Sie umfassen:
Glaube, Hoffnung und Liebe (1. Korinther 13,13).
Gutes Tun, Hilfsbereitschaft, und ein Leben nach Gottes Geboten.
Vertrauen in Gott und der Einsatz für sein Reich.
Solche Schätze werden weder zerstört noch können sie gestohlen werden.
Das Herz und die Prioritäten (Vers 21): „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ Dieser Vers zeigt, dass das, worauf wir uns konzentrieren und woran wir hängen, unser Leben prägt. Wenn unsere Prioritäten bei Gott liegen, wird unser Herz auf ihn ausgerichtet sein.
Vertrauen und die Sorge um das Leben (Verse 25-34): Jesus ermutigt seine Nachfolger, nicht ängstlich um weltliche Dinge wie Nahrung, Kleidung oder das Morgen zu sein, sondern zuerst das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu suchen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Sammeln von himmlischen Schätzen: Ein Leben in Vertrauen auf Gott führt zu einem friedvollen, von Gott gesegneten Leben.
Praktische Anwendung
Glaube leben: Sich auf Gottes Willen und die ewigen Werte zu konzentrieren, anstatt von materiellem Besitz oder weltlichem Erfolg abhängig zu sein.
Liebe und Mitgefühl zeigen: Indem man anderen dient und teilt, was man hat.
Vertrauen auf Gott: Die Sorgen um die Zukunft loslassen und stattdessen darauf vertrauen, dass Gott für seine Kinder sorgt.
Zusammengefasst sind die „Schätze im Himmel“ ein Symbol für ein Leben, das auf Gottes Reich und seine ewigen Werte ausgerichtet ist – eine Perspektive, die über die vergänglichen Dinge dieser Welt hinausgeht.