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Israel im Kreuzfeuer von Gog und Magog
in Israel und die Bibel 23.09.2022 04:46von Manfredo •
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Hesekiel 38 und 39.
38. Kapitel
[38.1] Und des HERRN Wort geschah zu mir:
[38.2] Du Menschenkind, richte dein Angesicht auf Gog, der im Lande Magog ist und der Fürst von Rosch, Meschech und Tubal, und weissage gegen ihn
[38.3] und sprich: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an dich, Gog, der du der Fürst bist von Rosch, Meschech und Tubal!
[38.4] Siehe, ich will dich herumlenken und dir einen Haken ins Maul legen und will dich ausziehen lassen mit deinem ganzen Heer, mit Roß und Mann, die alle voll gerüstet sind; und sie sind ein großer Heerhaufe, die alle kleine und große Schilde und Schwerter tragen.
[38.5] Du führst mit dir Perser, Kuschiter und Libyer, die alle Schild und Helm tragen,
[38.6] dazu Gomer und sein ganzes Heer, die vom Hause Togarma, die im Norden wohnen, mit ihrem ganzen Heer; ja, du führst viele Völker mit dir.
[38.7] Wohlan, rüste dich gut, du und alle deine Heerhaufen, die bei dir sind, und sei du ihr Heerführer!
[38.8] Nach langer Zeit sollst du aufgeboten werden; am Ende der Zeiten sollst du in ein Land kommen, das dem Schwert entrissen ist, und zu dem Volk, das aus vielen Völkern gesammelt ist, nämlich auf die Berge Israels, die lange Zeit verwüstet gewesen sind, und nun ist es herausgeführt aus den Völkern, und sie alle wohnen sicher.
[38.9] Du wirst heraufziehen und daherkommen wie ein Sturmwetter und wirst sein wie eine Wolke, die das Land bedeckt, du und dein ganzes Heer und die vielen Völker mit dir.
[38.10] So spricht Gott der HERR: Zu jener Zeit werden dir Gedanken kommen, und du wirst auf Böses sinnen
[38.11] und denken: "Ich will das Land überfallen, das offen daliegt, und über die kommen, die still und sicher leben, die alle ohne Mauern dasitzen und haben weder Riegel noch Tore",
[38.12] damit du rauben und plündern kannst und deine Hand an die zerstörten Orte legst, die wieder bewohnt sind, und an das Volk, das aus den Heiden gesammelt ist und sich Vieh und Güter erworben hat und in der Mitte der Erde wohnt.
[38.13] Saba, Dedan und die Kaufleute von Tarsis und alle seine Gewaltigen werden zu dir sagen: Bist du gekommen, zu rauben, und hast du deine Heerhaufen versammelt, zu plündern, um Silber und Gold wegzunehmen und Vieh und Güter zu sammeln und große Beute zu machen?
[38.14] Darum so weissage, du Menschenkind, und sprich zu Gog: So spricht Gott der HERR: Ist's nicht so? Wenn mein Volk Israel sicher wohnen wird, dann wirst du aufbrechen.
[38.15] Und wirst kommen aus deinem Ort, vom äußersten Norden, du und viele Völker mit dir, alle zu Roß, ein großer Heerhaufe und eine gewaltige Macht,
[38.16] du wirst heraufziehen gegen mein Volk Israel wie eine Wolke, die das Land bedeckt. Am Ende der Zeit wird das geschehen. Ich will dich aber dazu über mein Land kommen lassen, daß die Heiden mich erkennen, wenn ich an dir, Gog, vor ihren Augen zeige, daß ich heilig bin.
[38.17] So spricht Gott der HERR: Du bist doch der, von dem ich vorzeiten geredet habe durch meine Diener, die Propheten in Israel, die in jener Zeit weissagten, daß ich dich über sie kommen lassen wollte?
[38.18] Und es wird geschehen zu der Zeit, wenn Gog kommen wird über das Land Israels, spricht Gott der HERR, wird mein Zorn in mir aufsteigen.
[38.19] Und ich sage in meinem Eifer und im Feuer meines Zorns: Wahrlich, zu der Zeit wird ein großes Erdbeben sein im Lande Israels,
[38.20] daß vor meinem Angesicht erbeben sollen die Fische im Meer, die Vögel unter dem Himmel, die Tiere auf dem Felde und alles, was sich regt und bewegt auf dem Lande, und alle Menschen, die auf der Erde sind. Und die Berge sollen niedergerissen werden und die Felswände und alle Mauern zu Boden fallen.
[38.21] Und ich will über ihn das Schwert herbeirufen auf allen meinen Bergen, spricht Gott der HERR, daß jeder sein Schwert gegen den andern erhebt.
[38.22] Und ich will ihn richten mit Pest und Blutvergießen und will Platzregen mit Hagel, Feuer und Schwefel über ihn und sein Heer und über die vielen Völker kommen lassen, die mit ihm sind.
[38.23] So will ich mich herrlich und heilig erweisen und mich zu erkennen geben vor vielen Heiden, daß sie erfahren, daß ich der HERR bin.
39. Kapitel
[39.1] Und du, Menschenkind, weissage gegen Gog und sprich: So spricht Gott der HERR: Siehe, ich will an dich, Gog, der du der Fürst bist von Rosch, Meschech und Tubal.
[39.2] Siehe, ich will dich herumlenken und herbeilocken aus dem äußersten Norden und auf die Berge Israels bringen
[39.3] und will dir den Bogen aus deiner linken Hand schlagen und die Pfeile aus deiner rechten Hand.
[39.4] Auf den Bergen Israels sollst du fallen, du mit deinem ganzen Heer und mit den Völkern, die bei dir sind. Ich will dich den Raubvögeln, allem was fliegt, und den Tieren auf dem Felde zum Fraß geben.
[39.5] Du sollst auf freiem Felde fallen; denn ich habe es gesagt, spricht Gott der HERR.
[39.6] Und ich will Feuer werfen auf Magog und auf die Bewohner der Inseln, die so sicher wohnen, und sie sollen erfahren, daß ich der HERR bin.
[39.7] Und ich will meinen heiligen Namen kundmachen unter meinem Volk Israel und will meinen heiligen Namen nicht länger schänden lassen, sondern die Heiden sollen erfahren, daß ich der HERR bin, der Heilige in Israel.
[39.8] Siehe, es kommt und geschieht, spricht Gott der HERR; das ist der Tag, von dem ich geredet habe.
[39.9] Und die Bürger in den Städten Israels werden herausgehen und Feuer anzünden und die Waffen verbrennen, kleine und große Schilde, Bogen und Pfeile, Keulen und Spieße. Und sie werden sieben Jahre lang Feuer damit machen;
[39.10] sie brauchen kein Holz auf dem Felde zu holen oder im Walde zu schlagen, sondern von den Waffen werden sie Feuer machen und werden die berauben, von denen sie beraubt sind, und plündern, von denen sie geplündert sind, spricht Gott der HERR.
[39.11] Und zu der Zeit soll es geschehen, da will ich Gog einen Ort geben zum Begräbnis in Israel, nämlich das Tal der Wanderer östlich vom Meer, und das wird den Wanderern den Weg versperren. Dort wird man Gog mit seinem ganzen Heerhaufen begraben; und es soll heißen "Tal der Heerhaufen des Gog".
[39.12] Und das Haus Israel wird sie sieben Monate lang begraben, damit das Land gereinigt werde.
[39.13] Ja, alles Volk des Landes wird an ihnen zu begraben haben; und sie werden Ruhm davon haben an dem Tage, an dem ich meine Herrlichkeit erweise, spricht Gott der HERR.
[39.14] Und sie werden Leute aussondern, die ständig im Lande umhergehen, die Leichen zu begraben, die noch auf dem Lande liegen, damit es gereinigt werde. Nach sieben Monaten sollen sie beginnen nachzuforschen.
[39.15] Und wenn sie im Lande umhergehen und Menschengebeine sehen, sollen sie ein Zeichen aufrichten, bis die Totengräber sie auch im "Tal der Heerhaufen des Gog" begraben.
[39.16] Auch soll eine Stadt "Stadt der Heerhaufen" heißen. So werden sie das Land reinigen.
[39.17] Du Menschenkind, so spricht Gott der HERR: Sage den Vögeln, allem was fliegt, und allen Tieren auf dem Felde: Sammelt euch und kommt herbei, findet euch zusammen von überall her zu meinem Schlachtopfer, das ich euch schlachte, einem großen Schlachtopfer auf den Bergen Israels, und freßt Fleisch und sauft Blut!
[39.18] Fleisch der Starken sollt ihr fressen, und Blut der Fürsten auf Erden sollt ihr saufen, der Widder und Lämmer, der Böcke und Stiere, all des Mastviehs aus Baschan.
[39.19] Und ihr sollt Fett fressen, bis ihr satt werdet, und Blut saufen, bis ihr trunken seid von dem Schlachtopfer, das ich euch schlachte.
[39.20] Sättigt euch von Rossen und Reitern, von Starken und all den Kriegsleuten an meinem Tisch, spricht Gott der HERR.
[39.21] Und ich will meine Herrlichkeit unter die Heiden bringen, daß alle Heiden mein Gericht sehen sollen, das ich gehalten habe, und meine Hand, die ich an sie gelegt habe.
[39.22] Und das Haus Israel soll erfahren, daß ich, der HERR, ihr Gott bin, von dem Tage an und fernerhin,
[39.23] und die Heiden sollen erkennen, daß das Haus Israel um seiner Missetat willen weggeführt worden ist. Weil sie sich an mir versündigt hatten, darum habe ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und habe sie übergeben in die Hände ihrer Widersacher, daß sie allesamt durchs Schwert fallen mußten.
[39.24] Ich habe ihnen getan, was sie mit ihrer Unreinheit und ihren Übertretungen verdient haben, und habe mein Angesicht vor ihnen verborgen.
[39.25] Darum - so spricht Gott der HERR: Nun will ich das Geschick Jakobs wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen und um meinen heiligen Namen eifern.
[39.26] Sie aber sollen ihre Schmach und alle ihre Sünde, mit der sie sich an mir versündigt haben, vergessen, wenn sie nun sicher in ihrem Lande wohnen und niemand sie schreckt
[39.27] und ich sie aus den Völkern zurückgebracht und aus den Ländern ihrer Feinde gesammelt und an ihnen vor den Augen vieler Heiden gezeigt habe, daß ich heilig bin.
[39.28] Dann werden sie erkennen, daß ich, der HERR, ihr Gott bin, der ich sie unter die Heiden weggeführt habe und wieder in ihr Land sammle und nicht einen von ihnen dort zurücklasse.
[39.29] Und ich will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht Gott der HERR.
Israel im Kreuzfeuer von Gog und Magog
Teil 1
Hesekiel 38 und 39 prophezeit den Einfall von Gog und Magog und Verbündeten in das Land Israel und Gottes Rettung auf diesen Angriff hin. Wer ist Gog und Magog und was hat diese Weissagung aus alter Zeit heute zu bedeuten?
Gog ist der Herrscher und Anführer der Koalition gegen Israel. Viele Bibellehrer nehmen automatisch an, dass Gog ein irdischer Fürst sein muss. Das ist sehr gut möglich. Trotzdem lässt sich die Interpretation nicht von der Hand weisen, wonach Gog ein dämonischer Fürst sein kann, der die in Hesekiel 38,1-6 genannten Länder zum Angriff gegen Israel verführt. In Bezug auf Fürsten spricht die Heilige Schrift oft von dämonischen Mächten, die hinter irdischen Machthabern stehen. Ein Beispiel dafür sehen wir in der Geschichte Daniels, als er betete und sich die Antwort verzögerte, weil ein Engel, der ihn aufsuchen sollte, vom Dämonenfürsten über Persien aufgehalten wurde (Dan 10,11-12). Auch der Apostel Paulus spricht von dämonischen Fürstentümern, die diese Welt beherrschen (Eph 2,1-3; 6,12). Natürlich kann es sein, dass Gog eine irdische Person ist, aber wir sollten hier keine voreiligen Schlüsse ziehen, vor allem, wenn es aktuelle Politiker betrifft.
Magog wird in 1. Mose 10,2 als einer der Söhne Japhets aufgelistet. Hesiod, ein griechischer Dichter aus dem 8. Jahrhundert v.Chr., Herodot, ein griechischer Geschichtsschreiber aus dem 5. Jahrhundert v.Chr., sowie der jüdische Historiker Josephus Flavius aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. sahen in Magog die Skythen – ein Reiter- und Nomadenvolk, das besonders wild und grausam war. Interessanterweise erwähnt der Apostel Paulus diese wilden Skythen in Bezug auf die Gemeinde; das Heil in Christus umfasst auch sie: «Wo nicht Grieche noch Jude ist, weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit, noch Barbar, Skythe, Knecht, Freier – sondern alles und in allen Christus» (Kol 3,11).
Rosch ist ein weiterer Begriff, der in der Auflistung der angreifenden Völker von Hesekiel 38 vorkommt: Gog ist der «Fürst von Rosch, Mesech und Tubal» (V. 3). Mehrere Übersetzer betrachten Rosch als ein Volk wie Mesech und Tubal. Allerdings liesse sich «Fürst von Rosch» auch als «der Oberste der Fürsten» oder «das Haupt der Fürsten» übersetzen, wie beispielsweise 1. Chronik 7,40 dieselben hebräischen Worte wiedergibt: «Häupter der Fürsten». Rosch heisst im Hebräischen nämlich tatsächlich «Haupt». In der Septuaginta, der altgriechischen Übersetzung des Alten Testaments, wird Rosch in Hesekiel 38 als Eigenname und Nation verstanden; deshalb ist diese Deutung heute so weit verbreitet. Der aramäische Text dagegen gibt «Fürst von Rosch» wieder als: «Haupt über die Häupter». Neuere Bibeln halten sich in der Regel auch an die Übersetzung des hebräischen Wortes rosch als «Haupt» und nicht an die Lesart der Septuaginta. Mit anderen Worten: Mit Rosch könnte wohl ein Volk gemeint sein, aber es ist wahrscheinlicher und naheliegender, dass Hesekiel einfach sagte: «Gog, der du der oberste Fürst bist von Meschech und Tubal» (Lutherbibel 2017).
Mesech und Tubal werden in 1. Mose 10,2 ebenso wie Magog als Söhne Japhets genannt. Gemäss Hesekiel sind Mesech und Tubal Völker, die Schrecken verbreitet haben im Land der Lebendigen (Hes 32,26) und die gemeinsam mit Jawan (Griechenland) Handel getrieben haben (Hes 27,13-14; Jawan wird in 1.Mo 10,2 auch als Sohn Japhets aufgeführt, ein «Rosch» findet keine Erwähnung). Mesech und Tubal waren wohl in der heutigen Türkei angesiedelt, in den Küstenregionen am Mittelmeer und am Schwarzen und Kaspischen Meer.
Die Perser, deren Heere sich Gog und Magog anschliessen, lebten in der Region, die heute zum Iran gehört. Die Iraner nennen sich selbst denn auch Perser und sprechen bis heute die persische Sprache.
Die Kuschiten, die als Nächstes genannt werden, kommen wohl aus dem Gebiet des heutigen Sudan und Put aus der Region Libyens.
Das Haus Togarma, das als letztes in der Auflistung der Angreifer erscheint, ist ein Volk «vom äussersten Norden» (Hes 38,6). Das sogenannte «Land des Nordens», das oft mit «den äussersten Enden der Erde» in Verbindung gebracht wird, erwähnen die Propheten mehrfach als eine Bedrohung Israels (Jer 6,22; 10,22; 16,15; 23,8; 31,8; 46,10; 50,9; Sach 2,10; 6,6.8). Aus Israels Perspektive kam der Feind stets aus dem Norden. Wann immer die Assyrer, Babylonier oder Perser angriffen, geschahen ihre Einfälle vom Norden her. Eigentlich liegen diese Länder östlich von Israel, aber der direkte Weg würde durch die Wüste führen – das wäre für angreifende Armeen unmöglich. Darum kamen die feindlichen Invasionen aus dem Norden. Und deshalb muss der Ausdruck «äusserster Norden» nach alttestamentlichem Verständnis nicht zwingend Russland bedeuten, wie einige Ausleger annehmen – es kann aber gut sein, weil nördlich der genannten Länder unter anderem das heutige Russland liegt. Jedenfalls zieht dieser Feind aus dem äussersten Norden weitere «viele Völker mit» sich (V. 6). Es handelt sich sozusagen um eine «Nordkoalition». Dies zeigt, dass die Schlacht von Gog und Magog nicht diejenige von Harmagedon sein kann, weil dort alle Völker der Erde vertreten sind. Hier geht es «nur» um viele Angreifer aus einer gewissen Region.
Hesekiel erwähnt die Länder und Völker der damaligen Zeit, die aus den Gebieten zwischen dem Schwarzen und Kaspischen Meer und dem Mittelmeer stammen. Das umfasst heute Nationen wie die Türkei, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Tschetschenien, Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgistan. Mit der Ausnahme der christlich-orthodoxen Länder Georgien und Armenien sind dies alles islamische Völker. Und wenn wir die Staaten östlich des Iran (die Perser) betrachten, treffen wir auf weitere bedeutsame islamische Länder wie Afghanistan und Pakistan.
Deshalb können wir wohl davon ausgehen, dass der Islam eine gewisse endzeitliche Rolle spielen wird. Es ist die muslimische Religion, die diese Länder heute zu Feinden des Staates Israel macht. Übrigens sah schon der deutsche Reformator Martin Luther im Erstarken des Islam ein Zeichen der Endzeit. Er stellte eine direkte Verbindung zwischen den Missständen im Christentum und dem Aufstieg der muslimischen Ottomanen («Türken») her. So sagte er, wer gegen die «Türken» erfolgreich kämpfen wolle, müsse deshalb zuerst «Gott die Rute [für die Christenheit] aus der Hand nehmen».
Eines müssen wir uns vor Augen halten: Der ganze Krieg, alles, was geschieht, ist allezeit von Gott gesteuert und gewollt. Auch wenn es sich oft so anfühlt, als halte der Satan die Fäden in der Hand, kann er nie etwas tun, was Gott nicht erlaubt. Genauso ist es mit diesem Krieg: «Siehe, ich komme über dich … ich will dich herumlenken … ich will dich und deine ganze Kriegsmacht herausführen» (Hes 38,3-4; vgl. 39,2). Es ist Gott, der handelt und alles in Seiner Hand hat.
Der lebendige Gott gebraucht gezielt diese Koalition aus dem Norden, um Seine Grösse zeigen. Er handelt durch diese Völker, obwohl sie selbst meinen, sie seien unabhängig und würden aus eigener Macht vorgehen. Es ist Gott, der diese Mächte bewusst benutzt und zur Schlacht führt, um sie letztendlich zu erniedrigen.
Die Feinde werden wie ein Unwetter kommen, wie eine finstere Wolke, die das Land Israel bedecken will (Hes 38,9). Wenn wir diese Bildsprache mit den letzten grossen Schlachten vergleichen und uns beispielsweise die Medienbilder des letzten Golfkriegs vergegenwärtigen, können wir gut verstehen, was es heisst, dass eine grosse Versammlung von Truppen wie ein Sturm über Israel kommen wird.
Es wird «zur letzten Zeit» geschehen (V. 8), das heisst, in den letzten Tagen der Endzeit. Hesekiel schildert, wie diese letzte Zeit aussehen wird.
Das Israel «zur letzten Zeit» wird ein Land sein, «das dem Schwert entkommen» ist (V. 8). Das passt zum heutigen Israel. Das Volk ist dem Schwert des Zweiten Weltkrieges entkommen. In gewisser Weise hat dieser schreckliche Krieg dazu beigetragen, dass der jüdische Staat überhaupt erst gegründet werden konnte. Die Auferstehung des Volkes im Land Israel erfolgte durchs Schwert, durch mehrere Kriege hindurch: den Unabhängigkeitskrieg, den Suez-Krieg, den Abnutzungskrieg, den Sechstage-Krieg, den Jom-Kippur-Krieg und die Libanon-Kriege.
Das Israel «zur letzten Zeit» wird eine Nation sein, die «aus vielen Völkern wieder gesammelt worden ist» (V. 8). Auch das trifft in einzigartiger Weise auf das moderne Israel zu. Die Juden sind tatsächlich von einem Ende der Erde zum anderen Ende der Erde nach Israel gekommen, wie es das Wort Gottes schon vorhergesagt hatte (5.Mo 28,64). Im buchstäblichen Sinne geschah die weltweite Zerstreuung des jüdischen Volkes erst im 20. Jahrhundert. Die beiden Weltkriege hatten dazu geführt, dass Juden wirklich bis ans Ende der Welt zogen (von Israel aus gesehen). Und so konnte sich Jeremia 31,8-10 erfüllen, wonach Gott in der Sammlung der Juden von den Enden der Erde zurück nach Israel ein Zeichen für die Nationen setzt.
Das Israel «zur letzten Zeit» wird ein Land sein, dessen Berge eine «ganze Zeit verödet waren» (V. 8). Genauso war das Land «Palästina», das heutige Israel, lange verödet – bis es von den Juden wieder aufgebaut wurde. Seit deren Zerstreuung 70 n.Chr. war das Land immer mehr vernachlässigt worden. Zwar führten die Nationen viele Kämpfe um die Region, vor allem um Jerusalem (vgl. Dan 9,26b; Lk 21,24), aber das Land selbst pflegten sie kaum. Der grösste Niedergang erfolgte unter der Fremdherrschaft der Ottomanen, als die Wälder abgeholzt wurden, viele Araber das Land verliessen und die Landwirtschaft zum Brachliegen kam. «Die Berge Israels» entwickelten sich buchstäblich zur Einöde.
Das Israel «zur letzten Zeit» wird ein Staat sein, in dem alle «ruhig und sicher wohnen» (Hes 38,8.11). – Kann dies etwa auf das heutige Israel zutreffen? Nach meinem Verständnis: Ja!
RE: Israel im Kreuzfeuer von Gog und Magog
in Israel und die Bibel 23.09.2022 04:58von Manfredo •
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Israel im Kreuzfeuer von Gog und Magog
Teil 2
Hesekiel 38 und 39 prophezeit den Einfall von Gog und Magog und Verbündeten in das Land Israel und Gottes Rettung auf diesen Angriff hin. Wer ist Gog und Magog und was hat diese Weissagung aus alter Zeit heute zu bedeuten?
Ein Beispiel aus der Heiligen Schrift: In 5. Mose 12,9-11 erklärt Gott, dass der Ort der Anbetung erst gebaut wird, wenn Ruhe und Frieden im Land Israel herrschen. Diese Ruhe wurde durch König David geschaffen. Allerdings handelte es sich hierbei um eine Ruhe, für die David mit seinen Armeen unentwegt kämpfen musste. Hätten Davids Heere nicht in ständiger Bereitschaft gestanden und die Grenzen bewacht, hätte es bei all den Feinden ringsum auch keine Ruhe und keinen Frieden gegeben. Natürlich ist es Gott, der über allem wacht, aber Er gebrauchte damals die militärische Kraft Davids, von der dann Salomo profitierte. Dies sehen wir in gewisser Weise auch heute. Israels Armee und Geheimdienste mussten und müssen kämpfen, um die Ruhe und Sicherheit im Land aufrechtzuerhalten. Wenn wir nun Israel mit der Region vergleichen, lebt das jüdische Volk in einer erstaunlichen Ruhe und Sicherheit. Geschaffen wurde dies durch eine starke Armee und ständige Bereitschaft. Doch eines muss uns klar sein: Von heute auf morgen kann diese Ruhe vorbei sein.
Die Schlacht von Gog und Magog wird auf den Bergen Israels stattfinden (Hes 38,7-9) – was ein Ausdruck für das ganze Land Israel selbst sein kann. In biblischer Zeit umfassten die Berge Israels im engeren Sinne aber vor allem das Gebirge Judäas und Samarias. Heute steht dieses Gebiet unter palästinensischer Autonomie. Wenn wir den Text also buchstäblich verstehen, dann würde die feindliche Invasion vor allem über die heutigen Palästinensergebiete kommen.
Wenn wir die Region betrachten, aus der Gog und Magog und Verbündete hauptsächlich kommen sollen, kristallisieren sich drei Völker heraus, die heute eine führende Rolle spielen oder spielen wollen: Erstens, der Iran. Die politische Führung des Landes strebt danach, eine Atommacht zu werden. Sie ist die lauteste Stimme in der islamischen Welt, die öffentlich zur Vernichtung Israels aufruft. Der Iran tritt auch immer dominanter in den Krisenherden des Nahen Ostens auf – im Irak, in Syrien, im Libanon. Und aufgrund des Konflikts in Syrien stehen die Iraner nun an Israels Nordgrenze; und sie haben nicht vor, diese Position zu verlassen. Als Gegenpol zum Konkurrenten Saudi-Arabien mit seinen Verbündeten spielt der Iran deshalb eine wichtige politische Rolle in der Region. Hieran sehen wir auch die Spaltungen, die in der islamischen Welt vorherrschen.
Zweitens, die Türkei. Sie verlangt zurück nach alter Herrlichkeit, nach der Zeit der Sultane und des Osmanischen Reiches. Diese Sehnsucht prägt heute das Verhalten des türkischen Präsidenten Erdogan. Zwar demokratisch gewählt, reisst er mit nationalistisch-islamistischen Parolen die ganze Macht immer mehr an sich und entwickelt sich zum Alleinherrscher. Der Weg zur Diktatur scheint nicht mehr weit. Durch Mittel der Angst und Langzeitinhaftierungen werden Andersdenkende und jede Gegenstimme mundtot gemacht. Die Parallelen zur Machtergreifung der deutschen Nationalsozialisten von einst sind erschreckend. Erdogans Aussagen sind oft anti-israelisch und er ruft unverblümt zur Befreiung Jerusalems von den Ungläubigen auf. Die moderne Türkei unter seinem Regime will eine Koalition mit dem Iran, um so die massgebende Macht in der islamischen Welt zu werden.
Drittens, Russland. Auch Russland möchte zu alter Stärke zurückkehren und eine Weltmacht werden. Mit Geschick und List etabliert sich Präsident Putin als der starke Mann. Kritische Journalisten und politische Gegner werden eliminiert. Die staatliche Propaganda stützt auf Stolz und Nationalismus. Seit einiger Zeit schon baut Russland sich selbst zu einer modernen militärischen Macht auf. Das Land hat auch eine wichtige Rolle im Krieg in Syrien übernommen, indem es sich aktiv hinter Assad und seine Armee stellt. Wie der Iran ist Russland an Israels Nordgrenze erschienen, um zu bleiben. Inzwischen haben die Russen mehrere Stützpunkte und einen Militärhafen in Syrien errichtet.
Eine Koalition aus dem Süden wird negativ auf den Angriff der Nordkoalition reagieren: Saba, Sedan und die Kaufleute von Tarsis, die als junge Löwen bezeichnet werden (Hes 38,13). Diese Formulierung beschreibt Machthaber, die nicht wirklich mächtig sind. Eine solche Koalition des Südens würde zu Saudi-Arabien und den Golfstaaten passen. Einige Ausleger sehen in den Kaufleuten von Tarsis ein Bild für Europa.
Es ist jedenfalls interessant zu sehen, dass Saudi-Arabien, das lange die tonangebende israelfeindliche Macht war, heute politisch und wirtschaftlich die Nähe zu Israel sucht. Saudi-Arabien scheint Israel sogar als Verbündeten gewinnen zu wollen. Dahinter steht natürlich das Kalkül der Machterhaltung, da im Norden eine Koalition entsteht, die eine Gefahr für den ganzen Nahen Osten ist.
Diese Südkoalition redet gegen Gog und Magog und Verbündete, doch sie handelt nicht (V. 13). Sie brüllt, aber greift nicht an. Das ist in der modernen Politik wohlbekannt. Gerade Europas führende Männer und Frauen reden viel und tun wenig. Und diejenigen in hoher Position, die etwas unternehmen, werden kritisiert. Dieses Reden ohne Handeln ist ein Zeichen von Hilflosigkeit, Kraftlosigkeit und vielleicht auch von einer gewissen Ahnungslosigkeit.
Israel im Kreuzfeuer von Gog und Magog
Teil 3
Hesekiel 38 und 39 prophezeit den Einfall von Gog und Magog und Verbündeten in das Land Israel und Gottes Rettung auf diesen Angriff hin. Wer ist Gog und Magog und was hat diese Weissagung aus alter Zeit heute zu bedeuten?
«Du wirst sagen: ‹Ich will hinaufziehen in das offene Land; ich will über die kommen, die ruhig und sicher wohnen; sie wohnen ja alle ohne Mauern; sie haben weder Riegel noch Tore!› Um Beute zu machen und Raub zu raffen, wirst du deine Hand an die wieder bewohnten Ruinen zu legen suchen, und an das Volk, das aus den Heidenvölkern gesammelt worden ist, das Vieh und Güter bekommen hat und das den Mittelpunkt der Erde bewohnt. Dann werden Saba und Dedan und die Kaufleute von Tarsis und alle ihre jungen Löwen zu dir sagen: Bist du gekommen, um Beute zu machen? Hast du deine Menge gesammelt, um zu plündern, um Silber und Gold zu nehmen, um Vieh und Güter wegzuführen und grossen Raub an dich zu reissen?» (Hes 38,11-13).
Der Grund für den Angriff ist wirtschaftlich. Die Nordkoalition greift Israel an, weil sie sich neue Reichtümer verspricht. Es ist demnach ein Krieg aus wirtschaftlichen Gründen. Doch die Frage, die wir uns ehrlich stellen müssen: Welche Schätze hat Israel überhaupt? – Eigentlich gar keine.
Ausleger der Prophetie weisen oft darauf hin, dass es Israel ja sehr gut gehe. Aber dieser Reichtum wird durch eine funktionierende Wirtschaft generiert, nicht durch Bodenschätze. Im Kriegsfall würde Israels Wohlstand in sich zusammenbrechen – und dann gäbe es für den Eroberer nichts mehr zu holen. Auch die grossen Gasfunde Israels sind ein Klacks gegenüber dem, was Russland und der Iran selbst haben.
Wahrscheinlich geht es bei dem «grossen Raub», den die Nordkoalition machen will, nicht nur um Israel. Gog und Magog und Verbündete suchen nach einer Legitimation für einen regionalen Krieg, um die Bodenschätze des ganzen Nahen Ostens an sich zu reissen. Genau das wird ihnen ja von der Südkoalition auch vorgeworfen: «Bist du gekommen, um Beute zu machen? Hast du deine Menge gesammelt, um zu plündern, um Silber und Gold zu nehmen, um Vieh und Güter wegzuführen und grossen Raub an dich zu reissen?» (V. 13).
Wir sollten nicht ausser Acht lassen, dass die meisten Kriege im Nahen Osten heute aus genau diesem Grund geführt werden. Zwar werden oft humanitäre (vonseiten des Westens) oder religiöse Gründe (aus islamischer Sicht) in den Vordergrund gestellt, aber in Wahrheit stürzen sich die Grossmächte in die Konflikte des Nahen Ostens, weil sie genau wissen, dass derjenige, der diese Gebiete beherrscht, die Bodenschätze kontrolliert. Deshalb haben sich so viele in die Kriege im Irak, in Syrien, in Libyen etc. eingemischt.
So ein Krieg aus wirtschaftlichen Gründen bekommt nur eine Legitimation, wenn der Angreifer einen plausiblen Grund vorbringt. Welcher Vorwand würde in der islamischen Welt rund um Israel akzeptiert werden? Der eines Glaubenskrieges: die Befreiung «Palästinas» von den Ungläubigen. Deshalb erscheint es so naheliegend, dass der Islam eine entscheidende Rolle in der Endzeit spielt, weil der Angriff der Nordkoalition auf Israel islamisch geprägt sein würde. Die Südkoalition um Saudi-Arabien könnte dagegen wenig sagen, da der muslimische Glaube für einen solchen Angriff eine Rechtfertigung gibt. Slogans, die genau in diese religiöse Richtung gehen, benutzen heute die Iraner sowie die Türkei unter Erdogan.
Sollte Russland beteiligt sein, kann es zwar nicht unbedingt den Glauben als Kriegsgrund anführen, aber interessant ist doch, dass im Kalten Krieg gerade Russland (damals die Sowjetunion) einen wichtigen Part als Verbündeter und Unterstützer der Feinde Israels gespielt hat. Russland war es, der von den 1960er-Jahren an die Angreifer aktiv und bewusst mit Waffen und Knowhow ausgerüstet hatte. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion rückte diese Rolle in den Hintergrund, aber Putins Machtansprüche und die Entwicklungen in Syrien haben die Situation massiv verändert.
In diesem Zusammenhang ist es auch bemerkenswert, dass sich die Armeen in der Region derzeit wie nie zuvor aufrüsten. Und davon profitieren wiederum alle führenden Nationen der Erde – durch Kauf und Verkauf.
Weil sich nun in der Prophetie von Hesekiel Koalitionen aus dem Norden und dem Süden gegenüberstehen und es um mehr als nur um Israel allein zu gehen scheint, betrachten einige Ausleger Daniel 11,40-45 als Parallelstelle, wo von den Königen des Südens und des Nordens die Rede ist: «Zur Zeit des Endes aber wird der König des Südens mit ihm zusammenstossen. Da wird dann der König des Nordens mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen auf ihn losstürmen und in die Länder eindringen und sie überschwemmen und überfluten. Er wird auch in das herrliche Land kommen, und viele werden unterliegen. Diese aber werden seiner Hand entfliehen: Edom, Moab und die Vornehmsten der Ammoniter. Er wird auch seine Hand nach den Ländern ausstrecken, und das Land Ägypten wird nicht entfliehen; sondern er wird sich der Gold- und Silberschätze und aller Kostbarkeiten Ägyptens bemächtigen; auch werden Lubier und Kuschiten zu seinem Gefolge gehören. Aber Gerüchte aus Osten und Norden werden ihn erschrecken; daher wird er in grosser Wut aufbrechen, um viele zu verderben und zu vertilgen. Und er wird sein Prachtzelt zwischen dem Meer und dem herrlichen Berg des Heiligtums aufschlagen; da wird er sein Ende finden, und niemand wird ihm helfen» (Dan 11,40-45).
Gott wird nicht teilnahmslos zusehen: «Es soll aber zu jener Zeit geschehen, zu der Zeit, wenn Gog gegen das Land Israel heranzieht, spricht Gott, der Herr, dass mir das Zornesfeuer in mein Angesicht steigen wird» (Hes 38,18). Einerseits wird Gott, als Zeichen Seines Gerichts, diese Invasion in die Wege leiten, andererseits wird Er dafür die machtgierigen Angreifer, die ja keineswegs als Seine willenlosen Roboter handeln, zur Verantwortung ziehen. Das Ergebnis wird sein: «Die Fische im Meer werden vor mir erbeben, die Vögel des Himmels, die Tiere des Feldes, auch alles Gewürm, das auf dem Erdboden kriecht, und alle Menschen, die auf Erden sind. Auch die Berge sollen einstürzen, die Felswände fallen und alle Mauern zu Boden sinken. Ich will auch auf allen meinen Bergen das Schwert gegen ihn aufbieten, spricht Gott, der Herr, sodass das Schwert eines jeden sich gegen den anderen richten wird. Und ich will ihn richten mit Pest und Blut; einen überschwemmenden Regen und Hagelsteine, Feuer und Schwefel will ich regnen lassen auf ihn und auf seine Kriegsscharen, auf die vielen Völker, die bei ihm sind» (V. 20-22).
Manche Bibellehrer erkennen in diesen Aussagen die Folgen eines Atomkrieges. Meines Wissens kann das nicht möglich sein, da der Atomstaub die ganze Region verseuchen und unbewohnbar machen würde. Und dies ist gemäss Hesekiel 39 nicht der Fall. Nach dem Krieg soll das Gebiet wieder bewohnt werden.
Gott selbst wird die Angreifer dazu führen, dass sie sich gegenseitig umbringen (Hes 38,22). Die Art und Weise, wie sie umkommen, ist übernatürlich und deshalb deutlich als Gottes Reden und Handeln erkennbar. Wir lesen denn auch nirgendwo etwas von einem Gegenangriff oder von Verteidigungsmassnahmen, sondern nur vom Eingreifen Gottes selbst (vgl. Hes 39,4-5).
Politisch und militärisch gesehen könnte der Ausgang dieses Krieges dazu führen, dass der militante Islam seine Macht und Stärke in der Welt verliert. Für Israel dagegen wird das Ergebnis eine grosse materielle Beute sein (Hes 39,9-11). – Diese «irdisch-politischen» Folgen sprechen auch gegen die Meinung, dass es eine Schlacht am Ende des Tausendjährigen Reiches sein wird; denn danach erscheint ja die ewige Herrlichkeit eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Zur These, dass dieser Angriff ohnehin vor der Trübsal stattfinden wird, passt ausserdem die Tatsache, dass die Toten über sieben Monate lang begraben werden und in dieser Region später eine Stadt namens Hamona gebaut werden wird. Könnte dies etwa wirklich auf irgendeine Zeit während oder nach der Trübsalszeit zutreffen?
«So will ich mich gross und heilig erweisen und mich zu erkennen geben vor den Augen vieler Völker; und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin!» (Hes 38,23).
Gott wird sich den Völkern offenbaren. Wenn Gott mit Israel handelt, ist es immer ein Reden zu den Nationen: «So spricht Gott, der Herr: Nicht um euretwillen tue ich dies, Haus Israel, sondern wegen meines heiligen Namens, den ihr entweiht habt unter den Heidenvölkern, zu denen ihr gekommen seid. Darum will ich meinen grossen Namen wieder heilig machen, der vor den Heidenvölkern entheiligt worden ist, den ihr unter ihnen entheiligt habt! Und die Heidenvölker sollen erkennen, dass ich der Herr bin, spricht Gott, der Herr, wenn ich mich vor ihren Augen an euch heilig erweisen werde» (Hes 36,22-23).
Genau dies geschieht auch hier; die Völker werden erkennen, dass etwas Übernatürliches geschehen ist. Das Ergebnis: «Und ich werde meinen heiligen Namen offenbar machen unter meinem Volk Israel, und ich werde meinen heiligen Namen künftig nicht mehr entweihen lassen; sondern die Heidenvölker sollen erkennen, dass ich, der Herr, der Heilige in Israel bin!» (Hes 39,7).
Gott offenbart Seinen heiligen Namen gegenüber das Volk Israel. Sollte dieser Angriff vor der Tür stehen und vor der siebenjährigen Trübsalszeit stattfinden, könnte sich die Schlacht von Gog und Magog als eine letzte Gnadenbotschaft an die Nationen und Israel erweisen. Noch einmal wird deutlich gezeigt, wer der wahre Gott ist. – Kann es sein, dass es noch einmal zu einer Erweckung kommt?
«Und ich will meine Herrlichkeit unter den Heidenvölkern erweisen, und alle Heidenvölker sollen mein Gericht sehen, das ich gehalten habe, und meine Hand, die ich an sie gelegt habe. Und das Haus Israel soll erkennen, dass ich, der Herr, ihr Gott bin, von diesem Tag an und künftig» (Hes 39,21-22).
De Heidenvölker werden erkennen, dass das Gericht von Gott kam. Erkennen heisst aber nicht immer bekehren. Das sehen wir auch in der Offenbarung, wo die Völker Gottes Gerichtshandeln erfahren, aber nicht Busse tun (Offb 16,9-11). So kann wohl eine Erweckung stattfinden, aber nicht in der Weise, dass sich tatsächlich alle Nationen bekehren werden.
Genauso wird es auch in Israel sein; alle werden es erkennen, aber nicht jeder wird sich bekehren. Die endzeitliche Erweckung in Israel wird so zwei Fronten entstehen lassen: die eine, die den kommenden Antichristen annehmen wird, und die andere, die den verheissenen gläubigen Überrest des Volkes bildet. Wenn also Gott in diesem Zusammenhang Seinen heiligen Namen offenbar macht und sich vornimmt, Seinen heiligen Namen künftig nicht mehr entweihen zu lassen, dann bedeutet das, dass dieser Krieg das Ende der 2000-jährigen Gnadenzeit einläutet und den Einbruch der Gerichtszeit der grossen Trübsal beschleunigt.
In Vers 6 von Kapitel 39 heisst es: «Und ich werde Feuer senden gegen Magog und gegen die, welche auf den Inseln sicher wohnen; und sie sollen erkennen, dass ich der Herr bin.» Das bedeutet, dass Gott nicht nur die Streitmächte direkt umbringt, sondern sich auch als heilig gegenüber der Bevölkerung in den Nationen der Angreifer-Koalitionen erweist.
Die letztendliche Bekehrung des Volkes Israel, die in Hesekiel 39,25-29 beschrieben wird, kommt allerdings erst später – nach meinem Verständnis nämlich dann, wenn Jesus Christus in grosser Macht und Herrlichkeit wiederkommt (vgl. Sach 12,10).
Der Apostel Paulus betont: «Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie nämlich sagen werden: ‹Friede und Sicherheit›, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen» (1.Thess 5,2-3).
Der Angriff von Gog und Magog und Verbündeten kann genau diesen Zustand auslösen. Der vermeintlich letzte Feind, nämlich der militante Islam, ist vernichtet und die Menschheit glaubt und spricht davon, dass die Welt jetzt Frieden und Sicherheit erreicht hat. Vielleicht wird dieser Angriff «zur letzten Zeit» sogar den Antichristen selbst auf den Plan rufen, der als starker Mann wirklich Frieden und Sicherheit auf Erden bringen wird.
Und so glaube ich, dass wir diesen Angriff, vor dem Beginn der Trübsal, miterleben könnten. Was aber auch immer geschehen mag, Gott ist der, der handelt und in allem zu Seinem wunderbaren Ziel kommt.
«O welche Tiefe des Reichtums sowohl der Weisheit als auch der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte, und wie unausforschlich seine Wege! Denn wer hat den Sinn des Herrn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass es ihm wieder vergolten werde? Denn von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen» (Röm 11,33-36).
Unterschied zwischen Gog und Magog in Hesekiel 38 und 39 und in Offenbarung 20,7-9?
in Israel und die Bibel 23.09.2022 05:22von Manfredo •
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Unterschied zwischen Gog und Magog in Hesekiel 38 und 39 und in Offenbarung 20,7-9?
Bibelstelle(n): Hesekiel 38; 39; Offenbarung 20,7-9
Es ist zu beachten, dass wir wohl an beiden Stellen dieselben Namen haben, dass aber dennoch von zwei ganz verschiedenen Ereignissen die Rede ist, welche sogar tausend Jahre auseinander liegen; das erstere finden wir am Anfang des Tausendjährigen Reiches, das andere erst unmittelbar nach dessen Ende. Hesekiel 38 und 39 zeigen an, dass Gog und Magog vom äußersten Norden her kommen und ohne Frage das russische Reich bedeuten. Sie werden am Ende der Tage in das Land der Juden einbrechen (vgl. Sach 12, 2-3; 14,2; Joel 4,2.12; Off 16,14.16 u.a.). Gott benützt sie als Zuchtruten für das abtrünnige Israel, lässt sie aber danach auch ihr eigenes verdientes Gericht finden. Russland wird Israels letzter Feind sein und erst erscheinen, wenn Israel schon sein Land in Besitz genommen haben und sich der Ruhe unter dem Zepter des Messias erfreuen wird. Es ist das Tun und Wesen der gottfeindlichen Weltreiche, in Ruhe befindliche Völker zu erschüttern. In Gogs und Magogs Gefolge werden noch manche Völker genannt, worunter besonders der Name Gomer interessant ist, aus dem der Name Germanien entstanden ist. Jedenfalls muss das Heer Gogs nach Hesekiel 39,9-15 ein ganz ungeheures sein, das selbst die heutigen Millionenheere noch weit übertrifft. In Offenbarung 20 aber verführt der Teufel am Ende des tausendjährigen Reiches nochmals die Völker, "die an den vier Ecken der Erde sind". Die einfache Einflüsterung der Schlange, wie einst im Paradies, wird genügen, um die Menschen erneut unzufrieden und begehrlich zu machen. Ach, das Menschenherz ist trotz allen Segens dasselbe trotzige und arglistige Ding geblieben wie vorher. Das aber wird auch das sofortige und endgültige Gericht von Seiten Gottes herausfordern. Wohl gelangen diese Heere nach Palästina, werden aber, ohne dass es zum Kampf kommt, für immer verschlungen. Der zweite Tod, der Feuer- und Schwefelsee, ist ihr ewiges Teil.
Historisch betrachtet war Magog ein Enkel von Noah (1. Mose 10,2). Die Nachfahren von Magog ließen sich im äußersten Norden von Israel nieder, vermutlich in Europa oder dem nördlichen Asien (Hesekiel 38,15). Magog scheint verwendet zu werden, um sich allgemein auf „nördliche Barbaren“ zu beziehen, hat aber wahrscheinlich auch eine Verbindung zu der Person Magog. Das Volk Magog wird als gute Kämpfer beschrieben (Hesekiel 38,15; 39,3-9).
Auf Gog und Magog wird in Hesekiel 38-39 und in Offenbarung 20,7-8 verwiesen. Obwohl diese beiden Passagen dieselben Namen erwähnen, zeigt eine genaue Studie der Heiligen Schrift, dass nicht auf dieselben Personen und Ereignisse verwiesen wird. In Hesekiels Prophezeiung wird Gog der Anführer einer großen Armee sein, die das Land Israel angreift. Gog wird beschrieben als „der im Lande Magog ist und der oberste Fürst von Meschech und Tubal“ (Hesekiel 38,2). Hesekiels Schlacht von Gog und Magog geschieht in der Trübsal-Periode, vermutlich in den ersten dreieinhalb Jahren. Der stärkste Nachweis für diesen Blickwinkel ist, dass der Angriff dann geschieht, wenn Israel sich im Frieden befindet (Hesekiel 38,8.11). Hesekiels Beschreibung ist die einer Nation, die sicher ist und ihre Verteidigungsmaßnahmen niedergelegt hat. Israel befindet sich definitiv derzeit nicht im Frieden, und es ist undenkbar, dass die Nation ihre Verteidigung ablegt, außer bei ein paar großen Ereignissen. Wenn Israels Bund mit dem Antichrist geschlossen ist am Anfang von Daniels 70. Woche (die siebenjährige Trübsal – Daniel 9,27a), wird Israel im Frieden leben. Möglicherweise wird die Schlacht kurz vor der Mitte der siebenjährigen Zeitspanne stattfinden. Gemäß Hesekiel wird Gott selbst Gog auf den Bergen Israels besiegen. Das Gemetzel wird so enorm sein, dass es sieben Monate dauern wird, um alle Toten zu begraben (Hesekiel 39,11-12).
Gog und Magog werden in Offenbarung 20,7-8 erneut erwähnt. Die nochmalige Verwendung der Namen Gog und Magog in Offenbarung 20,8-9 zeigt, dass diese Menschen dieselbe Rebellion gegen Gott und denselben Antagonismus gegen Gott zeigen wie die in Hesekiel 38-39. Es ist so ähnlich, wie heute jemand einen Menschen „Teufel“ nennt, weil er oder sie sündig und böse ist. Wir wissen, dass diese Person nicht wirklich Satan ist, aber weil diese Person ähnliche Eigenschaften aufweist, könnte man sie als „Teufel“ bezeichnen.
Das Buch Offenbarung spielt auf Hesekiels Prophezeiung von Magog an, um den finalen Endzeiten-Angriff gegen die Nation Israel zu beschreiben (Offenbarung 20,8-9). Das Ergebnis dieser Schlacht ist, dass alle zerstört wurden und der Teufel seinen endgültigen Platz im Pfuhl von Feuer und Schwefel findet (Offenbarung 20,10).
Es ist wichtig zu erkennen, dass der Gog und Magog von Hesekiel 38-39 ganz anders ist als der in Offenbarung 20,7-8. Im Folgenden sind einige der offensichtlicheren Gründe aufgeführt, warum diese sich auf andere Menschen und Schlachten beziehen.
1. In der Schlacht von Hesekiel 38—39 kommen die Armeen primär aus dem Norden, und nur wenige Nationen auf der Erde sind involviert (Hesekiel 38,6.15; 39,2). Die Schlacht in Offenbarung 20,7-9 wird alle Nationen involvieren, daher kommen Armeen aus allen Richtungen, nicht nur aus dem Norden.
2. Der Teufel wird im Zusammenhang von Hesekiel 38-39 nicht erwähnt. In Offenbarung 20,7 wird die Schlacht klar an das Ende des Millenniums gestellt, mit dem Teufel als primärem Anstifter.
3. Hesekiel 39,11–12 sagt aus, dass die Toten sieben Monate lang beerdigt werden. Es bestünde kein Bedarf die Toten zu begraben, wenn die Schlacht in Hesekiel 38-39 dieselbe wäre wie in Offenbarung 20,8-9 beschrieben, da direkt im Anschluss an Offenbarung 20,8-9 das Weltgericht des großen, weißen Throns folgt (20,11-15) und dann Himmel und Erde zerstört werden und gegen einen neuen Himmel und eine neue Erde ersetzt werden (Offenbarung 21,1). Jedoch besteht offensichtlich Bedarf Tote zu beerdigen, wenn die Schlacht im früheren Teil der großen Trübsal-Phase stattfinden sollte, weil das Land Israel für weitere 1000 Jahre besetzt bleibt, die Länge des tausendjährigen Königreichs (Offenbarung 2,4-6).
4. Die Schlacht in Hesekiel 38-39 wird von Gott dazu genutzt, um Israel zu sich zurückzubringen (Hesekiel 39,21-29). In Offenbarung 20 war Israel Gott 1000 Jahre lang treu (das tausendjähriges Königreich). Die Rebellen in Offenbarung 20,7-10 werden ohne weitere Möglichkeit zur Reue zerstört.
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