#1

1. Johannesbrief/Bibel gefälscht! - Mario Wahnschaffe

in Wer hat die Bibel geschrieben? 20.07.2020 09:36
von Manfredo | 5.171 Beiträge

Vorab schon klare Antwort, Nein Video anschauen!



1. Johannesbrief – Eine Fälschung?

Moderne Theologen und Muslimische Gelehrten behaupten dass der 1.Johannesbrief die Arbeit eines Fälschers ist und nicht von Johannes dem Apostel Jesu stammt.

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Bibel eine Fälschung ist und
dass wir ihrer Botschaft nicht vertrauen können.

Begründung:

1. Der Verfasser bleibt im 1.Johannesbrief anonym


2. Der Brief wurde 130 oder 170 n.Chr. verfasst: Johannes war da schon tot. (Schnackenburg, Friedrich Christian Baur)

3. Der Stil des Johannesevangeliums und des 1.Johannesbriefes sind völlig verschieden. (Rudolf Bultmann)


Antworten:

1. Das Johannes Evangelium bezeugt den Apostel Johannes als Verfasser, auch wenn es ihn nicht mit Namen benennt:

„Das ist der Jünger, der von diesen Dingen zeugt und der dies geschrieben hat; und wir wissen, dass sein Zeugnis wahr ist.“ Johannes Evangelium 21:24

Die Freunde des Johannes betonen, dass Johannes der Autor des Evangeliums der Augenzeuge ist.

Dasselbe wird über Johannes, dem Autor des 1. Johannesbriefes gesagt, nämlich dass er ein Augenzeuge Jesu war und ihn sogar mit Händen betastet hat.


„Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens - und das Leben ist offenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist .“ 1.Johannesbrief 1:1,2


Die ersten Kirchen Väter bezeugen
Johannes als Autor

Irenäus (+202) (Adversus Haereses III,16,5.8) und
Clemens von Alexandrien (+211)
Bezeugen Johannes den Apostel als Autoren des Johannes Evangeliums und des 1. Briefes.

Sie zitieren beide aus dem J.-Evangelium und dem 1.J.-Brief.
Papias von Hierapolis schrieb 100 „Fünf Bücher der Darstellung der Herrenworte“ (überliefert von Eusebius) und zitiert aus dem 1.Johannesbrief.
Polycarp schreibt 115 einen Brief an die Gemeinde von Philippi und zitiert dort aus dem 1.Joh.4:2 (An die Philipper 7:1)



2. Wann wurde der 1. Johannesbrief verfasst?

Das „Papyrus 52“, das so genannte „Johannesfragment“ enthält 3 Verse des Johannesevangeliums und datiert 100 n.Chr.
Die Annahme der ersten modernen Theologen der Tübinger Schule, dass Johannesevangelien und alle anderen Briefe wären erst 170 von Fälschern verfasst ist somit archäologisch widerlegt.


A.T. Robinson stellt eine wichtige Frage:
Warum wird
Die Zerstörung Jerusalems und des Tempels 70 n.Chr.
Die Verfolgung der Christen unter Kaiser Nero 64, die Hinrichtung von Petrus und Paulus
Die öffentliche Verfolgung unter Kaiser Domitian 95
Nicht nur im J.-Evangelium, noch im 1.J.-Brief, noch in allen anderen Büchern des NT
Nicht erwähnt?

Robinson plädiert für die Abfassung der Evangelien und johanneischen Briefe in den frühen 60iger Jahren.


3. Der Stil des Johannesevangeliums und des 1. Johannesbriefes

Neben der Info, dass der Autor ein Augenzeuge Jesu war, sind die Stilmittel und die Beschreibungen von Jesu Wesen fast identisch.

Jesus ist das lebendige Wort!

„Im Anfang war das Wort[1], und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
In ihm war Leben.“ Johannesevangelium 1:1,4


„Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens - und das Leben ist offenbart worden, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das bei dem Vater war und uns offenbart worden ist.“ 1.Johannesbrief 1:1,2


Jesus ist das Licht!


„und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ Johannesevangelium 1:4,5

„dass Gott Licht ist, und gar keine Finsternis in ihm ist. Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander.“ 1.Johannesbrief 1:5,7

Bultmann hat zurecht beobachtet, dass sich das Johannesev. und der 1. Joh.Brief an zwei verschiedene Leser Gruppen wendet, aber das ist ja kein zwingendes Argument, dafür, dass die Autoren unterschiedlich sein müssen.


Fritz Rienecker war evangelischer Publizist, Pfarrer und Theologe. Er begründete den mehrbändigen Bibel-Kommentar Wuppertaler Studien Bibel, sowie das Lexikon zur Bibel. Er schreibt in seinem Lexikon:
Überschrift und Einleitung, der Vergleich von Inhalt und Sprache, Satzbau und Wortwahl mit dem Johannesevangelium und die Aussage des Johannesjüngers Polykarp bezeugen den Apostel Johannes als Verfasser des 1. Johannesbriefes. Er hat ihn vermutlich (wie wohl auch 2. u. 3.Joh) im Alter geschrieben, so dass wir ihn gegen Ende des 1.Jh. n. Chr. ansetzen können (Rienecker 1992:709).

Karl Jaros: Das Neue Testament war vor 70 n. Chr. fertiggestellt
https://www.thomasschirrmacher.info/wp-c...70-neu-2009.pdf


zuletzt bearbeitet 13.12.2020 15:31 | nach oben springen

#2

Wurde die Bibel verfälscht?

in Wer hat die Bibel geschrieben? 18.10.2020 06:51
von Manfredo | 5.171 Beiträge
zuletzt bearbeitet 13.12.2020 15:28 | nach oben springen

#3

Ist die Bibel wahr?

in Wer hat die Bibel geschrieben? 13.12.2020 15:33
von Manfredo | 5.171 Beiträge

Auch unter Lichtarbeitern und Esoterikern finden sich Menschen, die behaupten die Bibel sei zum Teil eine Fälschung. Viele sind zudem der Ansicht, die Bibel sei erst in späteren Jahren verfälscht worden, beispielsweise bei diversen Kirchenkonzilien ab dem vierten Jahrhundert (z.B. das Konzil von Nicäa 325). Im Internet geistern zahlreiche solcher Behauptungen umher. Da auf dieser Seite auch Bibelstellen zitiert werden, möchte ich im Folgenden aufzeigen, dass Zweifel an der Echtheit der Heiligen Schrift unbegründet sind.
Zudem ist es eine Tatsache, dass viele dem Gerücht, die Bibel sei verfälscht, glauben ohne selbst Nachforschungen diesbezüglich angestellt zu haben. Es ist leicht, eine Behauptung, die man irgendwo aufgegriffen hat ungeprüft zu übernehmen und weiter zu verbreiten. Doch seriös ist das nicht unbedingt. Ich möchte daher einige Fakten zur Bibel nennen:

Die Bibel selbst bezeugt, das Wort Gottes zu sein:
• "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit." (2 Tim. 3,16)
und
• "Denn niemals wurde eine Weissagung durch den Willen eines Menschen hervorgebracht, sondern von Gott her redeten Menschen, getrieben vom Heiligen Geist." (2 Petrus 1,21)

Nun könnte man allerdings behaupten, die Bibel sei ursprünglich echt gewesen, sei aber später verfälscht worden. Dazu ist folgendes zu sagen:
Was das Alte Testament betrifft, so erfreuen sich alle Handschriften weitestgehender Übereinstimmung, unabhängig davon, wer sie verfasste und wo sie gefunden wurden. Zudem bieten die Schriftrollen vom Toten Meer (Qumran) eine Vergleichsgrundlage: sie sind 1000 Jahre älter als unsere Handschriften. Der Vergleich zeigt eine überraschende Genauigkeit der Textübertragung. Ein Gelehrter entdeckte: Die zwei in den Höhlen von Qumran gefundenen Abschriften des Jesaja-Buches erwiesen sich Wort für Wort identisch mit unserer heutigen hebräischen Standardbibel - bei mehr als 95% des Textes. Die 5% Abweichung bestanden in der Hauptsache aus offensichtlichen Ausrutschern der Schreibfeder und Varianten der Schreibweise.Wir können also davon ausgehen, dass es im Text des Alten Testamentes in den vergangenen 2000 Jahren und auch davor keine wesentlichen Veränderungen gegeben hat.

Zum Neuen Testament: Das Beweismaterial für das Neue Testament ist überwältigend. Wir verfügen über mehr als 5000 Handschriften des Neuen Testamentes und einige davon datieren aus dem zweiten oder dritten Jahrhundert (was Behauptungen die Bibel sei z.B. beim Konzil 325 - also im vierten Jahrhundert - geändert worden, gegenstandslos macht). Zum Vergleich: Es gibt nur 643 Kopien von Homers Ilias und das ist das berühmteste Buch des antiken Griechenlands. Und niemand zweifelt am Text von Julius Caesars De bello gallico ("Der gallische Krieg"), aber wir haben nur zehn Kopien davon und die älteste wurde 1000 Jahre nach der Abfassung des Originals angefertigt. Dieser Überfluss an Kopien des Neuen Testamentes - zum Teil nur 70 Jahre jünger als die Originale - ist verblüffend.

Bei so vielen Handschriften gibt es natürlich eine Menge kleiner Unterschiede. Es gibt etwa effektiv 10.000 Stellen, an denen unterschiedliche Lesarten vorkommen. Bei über 5000 Abschriften, die wir haben, sind das gerade mal durchschnittlich 2 Stück pro Abschrift. Zudem betreffen die meisten dieser kleinen Unterschiede lediglich Schreibweise und Anordnung von Wörtern. Es gibt weniger als 40 Stellen im Neuen Testament, bei denen man wirklich nicht gewiß sein kann, wie sie ursprünglich zu lesen waren. Aber keine von ihnen wirkt sich auf zentrale Lehren des Glaubens aus. Man beachte: Wir haben lediglich keine Gewissheit über diese Stellen. Das heisst nicht, dass sie verfälscht wurden. Insgesamt haben wir 100% des Neuen Testamentes und wir haben Sicherheit über 99,5% davon.

Zusammengefasst lässt sich folgendes sagen: Natürlich gibt es nirgendwo in der Bibel eine Zusage, dass die Reinheit des Textes durch die Geschichte hindurch zu 100% erhalten bleiben würde. Doch die Bibel ist das meistgeprüfte Buch der Welt. Es gibt sehr viel Beweismaterial dafür, dass unsere heutigen Bibeln äusserst nahe am Original bleiben, an den inspirierten Manuskripten, die von den Propheten und den Aposteln geschrieben wurden. Der Beweis liegt in der hohen Genauigkeit der Kopien, die uns zur Verfügung stehen.
Gestatten Sie mir noch eine abschließende Bemerkung: Der christliche Glaube hat als Grundlage, wie der Name ja schon sagt den Glauben. Es kann nicht das Ziel der Christenheit sein, auch den hartnäckigsten Zweifler überzeugen zu wollen oder zu können. Gott selbst legt Wert auf den freiwilligen Charakter des Glaubens. Es gibt für niemanden einen Zwang. Doch umgekehrt kann auch der überzeugteste Zweifler keine Beweise für seine Ansichten vorlegen. Hinweise für die Glaubwürdigkeit der Bibel gibt es hingegen en masse. Die hier geschilderten sind nur ein kleiner Auszug daraus. Auf Wunsch nenne ich Ihnen gerne weiterführende und ausführlichere Literatur.
Auch sollte ein Blick auf den eigentlichen Zweck der Bibel geworfen werden. Das Wort Gottes hat die Absicht, dem Menschen den Weg zu seiner Erlösung aufzuzeigen. Die Bibel ist ein Liebesbrief Gottes an uns Menschen. Wir erfahren dort von Jesus Christus, dem Sohn Gottes, welcher der einzige Weg zum Heil für uns Menschen ist. Die Bibel beabsichtigt nicht irgendetwas zu beweisen, auch wenn sie vollkommen wahr ist. Sie beabsichtigt uns Menschen die große Gnade Gottes zu offenbaren. Und bisher jeder, der aufrichtigen und offenen Herzens in der Bibel gelesen hat, ist zu dem Schluss gekommen: Die Bibel ist das authentische Wort Gottes, übermittelt von Menschen, die vom Geist Gottes dazu inspiriert wurden.

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#4

wurde die Reinkarnationslehre aus der Bibel entfernt?

in Wer hat die Bibel geschrieben? 13.12.2020 15:35
von Manfredo | 5.171 Beiträge

Oft erreichen uns Mails, in denen die Glaubwürdigkeit der Bibel in Frage gestellt wird. So seien beispielsweise beim Konzil von Nicäa (325 n.Chr.) Veränderungen an der Bibel oder am Neuen Testament vorgenommen worden oder missliebige Passagen ganz entfernt worden. Insbesondere kursiert das Gerücht, dass die Reinkarnationslehre ursprünglich Bestandteil der Bibel und Teil der Lehre Jesu Christi gewesen wäre. Schlüssige Belege sind hierfür jedoch nie genannt worden. Es scheint, als hätte sich hier, insbesondere im Internet, eine Behauptung verselbständigt, welche nun die Runde macht, von vielen gelesen wird und ungeprüft vom Betrachter übernommen wird.

Doch stimmt es, dass die Bibel ursprünglich die Reinkarnation lehrte? Ist die Bibel und insbesondere das Neue Testament verändert worden? Was wurde wirklich auf dem Konzil von Nicäa entschieden?

Zunächst sollte der Zeitpunkt des Konzils betrachtet werden. Das Konzil von Nicäa fand 325 n.Chr. statt, also im vierten Jahrhundert nach Christus. Es existieren aber Abschriften von Teilen des Neuen Testamentes, die weit älter sind als das vierte Jahrhundert. So gibt es Handschriften, die aus dem dritten oder zweiten Jahrhundert stammen. Leicht kann man so vergleichen, ob die heute zu kaufenden Neuen Testamente diesen Handschriften entsprechen, was der Fall ist.

Die griechischen Handschriften, die uns bislang zur Verfügung stehen, befinden sich weltweit an verschiedenen Orten, vor allem in Bibliotheken und Museen. Es gibt das Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster (http://egora.uni-muenster.de/intf/).
Dort findet sich auch eine Handschriftenliste, der die einzelnen Handschriften und ihr Aufbewahrungsort entnommen werden können: http://ntvmr.uni-muenster.de/liste

(Auf das Feld "place" klicken, dann erhält man eine Übersicht über die Aufbewahrungsorte).

Beispiel: Die Handschrift mit der Dokumenten-ID 10090 (aus dem Jahr 100-199 n.Chr.) findet sich hier:
http://ntvmr.uni-muenster.de/manuscript-...ce/?docID=10090

Was das Konzil von Nicäa betrifft, so wurden dort keine Veränderungen am Neuen Testament vorgenommen. Im Internet kursieren Gerüchte, die das behaupten schon seit längerem. Auch der Roman „Sakrileg“ von Dan Brown (engl.: The da Vinci Code) tat hier sicher sein Übriges. 2006 erschien dazu das Buch „Das wahre Sakrileg“ von A. Schick, in dem dieser Behauptung entgegen getreten wird.

Auf dem Konzil ging es vor allem um die Frage der Stellung Jesu Christi. Verworfen wurde dort die Lehre des Arius, der Jesus als ein erstes, geschaffenes Geschöpf betrachtete. Diese Vorstellung war jedoch ohnehin nie Bestandteil der Bibel, also musste auch nichts verändert oder verfälscht werden. Die Gottheit Jesu wird im Neuen Testament seit jeher vorausgesetzt und wird lediglich von Sondergruppen oder Sekten (z.B. Zeugen Jehovas) bestritten.

Es gibt zudem überhaupt keinen Hinweis darauf, dass die Reinkarnationslehre je Bestandteil des Neuen Testaments gewesen war und irgendwann daraus entfernt worden ist. Das Neue Testament ist hier ganz eindeutig:
Hebräer 9,27 „Und wie es den Menschen gesetzt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht“ (Elbf. Übers.)

In diesem Vers sowie im ganzen Kontext dieser Bibelstelle geht es um das Einmalige und Unwiederholbare. Im griechischen Original wird für „einmal“ sogar das Zahlwort verwendet.


Zum Institut für Neutestamentliche Textforschung in Münster gehört ein Bibelmuseum (http://www.uni-muenster.de/Bibelmuseum/), bei dem auch Führungen möglich sind. Ich biete gerne an, hier eine Bildungsreise Interessierter nach Münster zu organisieren (Bei Interesse bitte bei mir melden).

Ich hoffe, den kursierenden Gerüchten über eine verfälschte Bibel etwas den Wind aus den Segeln genommen zu haben. Gerüchte, die sich hartnäckig halten, sind aber stets schwer zu entkräften, es bildet sich hier gewissermaßen eine Eigendynamik. Doch der Weg, sich selbst sachkundig zu machen, steht jedermann frei und ich möchte dazu herzlich einladen

http://ntvmr.uni-muenster.de/manuscript-...ce/?docID=10090
http://ntvmr.uni-muenster.de/community/m...10090/0/10/10/0
http://ntvmr.uni-muenster.de/community/m...0090/0/20/10/10


zuletzt bearbeitet 13.12.2020 15:40 | nach oben springen


11:25 Jesus sagte: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, obwohl er tot ist, der wird leben. 11:26 Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?
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