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#1
von Manfredo •
| 5.171 Beiträge
Buch Henoch, von der Bibel verbannt!
in Bibelstudium 23.12.2022 17:09von Manfredo •
| 5.171 Beiträge
https://religion.orf.at/v3/tv/stories/2990476/
Verbotene Schriften? - Aus der Bibel verbannt (2)
Warum wurden im frühen Christentum manche Schriften aus der hebräischen Bibel und Berichte über das Leben und Wirken Jesu in den Kanon der christlichen Bibel aufgenommen, andere jedoch nicht?
Gibt es ein geheimes Wissen, das die noch junge Kirche ihren Gläubigen vorenthalten wollte? Auch der zweite Teil der „kreuz und quer“-Dokumentation „Verbotene Schriften? – Aus der Bibel verbannt“ von Kathryn Christy begibt sich am Dienstag, dem 27. August 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 auf historisch-theologische Spurensuche nach der Entstehungsgeschichte der christlichen Bibel, die für Millionen Menschen auch heute noch als Wort Gottes gilt.
Manche Schriften waren bei den frühen Christen sehr populär, dennoch wurden sie von den Kirchenvätern abgelehnt. So zum Beispiel das „Buch Henoch“, das nach einem Mann benannt ist, der im Buch Genesis der anerkannten Bibel nur kurz erwähnt wird. Das apokryphe Henoch-Buch beginnt mit einer Warnung an die Menschheit, dass Gott alles Leben auf Erden durch eine große Flut vernichten werde. Als Strafe dafür, dass sich die „Gottessöhne“ – damit sind die Engel gemeint – mit den irdischen Frauen, den „Menschtöchtern“, vermählt hatten und dadurch das Geschlecht der blutrünstigen Riesen gezeugt wurde.
Verbotene Schriften IIORF/AETN/History Channel
Ein weiteres höchst interessantes antikes Manuskript fand keinen Eingang in die christliche Bibel: das „Kindheitsevangelium des Thomas“. Ein Bericht über das Leben Jesu, der zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr ein mitunter recht aufsässiges Kind war, ein „göttlicher Balg“, wie ihn der katholische Theologe Dominic Crossan in der Dokumentation bezeichnet. Die Schrift zeigt auch, wie Jesus langsam zum Jesus des Neuen Testaments heranreift.
Ebenfalls aus der christlichen Bibel verbannt wurde das „Protoevangelium des Jakobus“, ein Manuskript, das sich eingehend mit dem Leben Marias beschäftigt und vor allem eine Erklärung für ihre immerwährende Jungfräulichkeit zu liefern versucht.
Das „Evangelium der Maria“ beschreibt Maria von Magdala, üblicherweise Maria Magdalena genannt, als eine enge Vertraute Jesu, der er wichtige Teile seiner Botschaft anvertraut hat. Eine gnostische Schrift, die die Rolle der Frauen in der Jesusbewegung betont. Doch von den Kirchenvätern wurde sie nicht für würdig befunden, in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen zu werden.
Als letztes wird eine Endzeitvision vorgestellt, die beinahe Eingang in die Bibel gefunden hätte: die Apokalypse des Petrus. Eine Schrift, die in symbolhafter Sprache den Sieg über das Böse schildert. Damit war der Kampf gegen das tyrannische römische Imperium gemeint. Doch auch dieses Buch wurde verbannt, vielleicht weil es verkündete, dass letztlich alle Sünder Vergebung erlangen und von ihrer Höllenstrafe erlöst würden.

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#2
von Manfredo •
| 5.171 Beiträge
Wie der HIMMEL laut dem Buch Henoch aussieht!
in Bibelstudium 07.09.2025 07:01von Manfredo •
| 5.171 Beiträge
Eine ausgezeichnete Frage, die direkt zu einem sehr interessanten Thema führt. Hier ist die kurze Antwort, gefolgt einer detaillierten Erklärung:
Kurzantwort: Das Buch Henoch und die darin beschriebenen Himmel sind real existierende, alte religiöse Schriften und keine Erfindung eines YouTubers. Allerdings haben viele YouTuber, Autoren und Influencer diese Themen aufgegriffen und oft mit Spekulationen, Verschwörungstheorien und eigenen Fantasien vermischt, was die Unterscheidung schwer machen kann.
Detaillierte Erklärung:
1. Das Buch Henoch ist real
Das Buch Henoch (oder äthiopisches Henoch) ist eine uralte jüdische religiöse Schrift, die vermutlich zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 1. Jahrhundert n. Chr. entstanden ist.
Inhalt: Es wird dem biblischen Patriarchen Henoch zugeschrieben, der laut Genesis "mit Gott wandelte" und nicht starb, sondern von Gott entrückt wurde (1. Mose 5,24). Das Buch enthält visionäre Reisen durch Himmel und Erde, Beschreibungen von Engeln (einschließlich der "gefallenen Engel"), Astronomie, Kosmologie und endzeitliche Prophezeiungen.
Kanontität: Für die äthiopisch-orthodoxe und eritreisch-orthodoxe Kirche ist das Buch Henoch kanonisch und Teil ihrer Bibel. Für die katholische, protestantische und orthodoxe Kirchen gehört es zu den Apokryphen oder Pseudepigraphen – das sind Schriften, die nicht in den offiziellen Bibelkanon aufgenommen wurden, aber dennoch historisch und theologisch sehr einflussreich waren.
Bedeutung: Die Gedanken des Buches Henoch hatten großen Einfluss auf das frühjüdische Denken und damit indirekt auch auf das Neue Testament. So wird im Judasbrief (Vers 14-15) sogar direkt aus dem Buch Henoch zitiert.
2. Die Zehn Himmel sind Teil des Buches Henoch
Die Beschreibung von mehreren Himmeln ist ein zentrales Element im Buch Henoch (insbesondere im "slawischen Henoch" oder "2. Henoch").
Im äthiopischen Henoch (1. Henoch): Henoch bereist zunächst sieben Himmel. In ihnen sieht er verschiedene Phänomene: das Paradies, die Lagerplätze der Gestirne, die Wohnorte der Verstorbenen (Scheol) und schließlich den Thron Gottes.
Im slawischen Henoch (2. Henoch): Die Reise wird auf zehn Himmel erweitert. Jeder Himmel hat eine spezifische Funktion und Bewohner (Engel bestimmter Ränge, die Lager von Sonne und Mond, die Vorhölle für Sünder, etc.). Der höchste, zehnte Himmel ist der Wohnort Gottes, umgeben von den höchsten Engelscharen (Seraphim, Cherubim usw.).
Diese Vorstellung einer hierarchisch strukturierten Himmelswelt war in der antiken und mittelalterlichen Theologie und Mystik (sowohl jüdisch als auch christlich) sehr verbreitet.
3. Die Rolle der YouTuber und modernen Deutungen
Hier kommt der von Ihnen angesprochene Punkt ins Spiel:
YouTuber, Podcast-Hosts und Autoren im Bereich Verschwörungstheorien, alternative Geschichte ("Ancient Aliens") oder esoterische Theologie haben diese alten Texte für sich entdeckt. Dabei passiert oft folgendes:
Vereinfachung und Dramatisierung: Komplexe theologische Konzepte werden zu einfachen, spektakulären "Wahrheiten" verdichtet ("DIE GEHEIME WISSENSCHAFT DER 10 HIMMEL!").
Vermischung mit anderen Ideen: Die biblische Kosmologie wird mit außerirdischen Theorien, Dimensionen aus der Quantenphysik oder anderen esoterischen Lehren vermischt, was in den originalen Texten so nicht zu finden ist.
Autoritätsanspruch: Oft wird behauptet, "verbotenes" oder "verstecktes" Wissen zu enthüllen, das die "Mainstream-Religion" oder "Wissenschaft" unterdrücke. Das erzeugt Spannung und Glaubwürdigkeit bei einem bestimmten Publikum.
Fazit:
Die Quelle (das Buch Henoch und die Idee der sieben/zehn Himmel) ist echt und historisch belegt. Sie ist Teil der jüdisch-christlichen Überlieferung.
Die Darstellung und Interpretation, die Sie von einem YouTuber oder in modernen esoterischen Kreisen hören, ist oft eine spekulative, modern zugespitzte und manchmal fantasievolle Weiterverarbeitung dieser alten Ideen.
Wenn Sie sich für das originale Thema interessieren, lohnt es sich, zu einer wissenschaftlichen Übersetzung des Buches Henoch zu greifen oder sich mit seriösen Quellen zur frühjüdischen Apokalyptik zu beschäftigen, anstatt sich auf YouTube-Interpretationen zu verlassen.
Frage gibt es eine online slawische Henoch Buch?
Ja, das slawische Buch Henoch (2. Henoch) ist online verfügbar, allerdings meist in englischer Übersetzung, da es die akademische Verkehrssprache für solche Texte ist. Es ist wichtig zu wissen, dass das slawische Henoch eine andere Schrift ist als das äthiopische Henoch (1. Henoch), auch wenn sie thematisch verwandt sind.
Hier finden Sie Zugang zu dem Text und wichtigen Hintergrundinformationen:
1. Direkte Links zum Text (Englische Übersetzung)
Sacred-Texts.com: Diese Seite hostet eine der bekanntesten öffentlichen Übersetzungen von 2. Henoch (die "R.H. Charles"-Version von 1917).
Link: 2. Buch Henoch (slawisches Henoch) auf Sacred-Texts.com
Hinweis: Die Navigation auf der Seite ist etwas altmodisch. Sie müssen auf die Links wie "Kapitel I" etc. klicken. Die Beschreibung der Himmel beginnt in Kapitel 3.
Early Jewish Writings (Princeton): Eine hervorragende akademische Resource, die den Text nach Kapiteln geordnet auflistet (ebenfalls in der Übersetzung von R.H. Charles).
Link: 2 Enoch auf Early Jewish Writings
Internet Archive (archive.org): Hier finden Sie oft gescannte Versionen der originalen akademischen Bücher.
Suchbegriff: "2 Enoch" oder "Slavonic Enoch"
Beispiel: Das Buch "The Apocrypha and Pseudepigrapha of the Old Testament" von R.H. Charles enthält den vollständigen Text.
2. Wichtige Hintergrundinformationen (Sehr zu empfehlen!)
Bevor Sie lesen, ist ein wenig Kontext hilfreich:
Überlieferung: Der Text ist nur in altkirchenslawischer Sprache erhalten, daher der Name "slawisches Henoch". Er wurde wahrscheinlich ursprünglich auf Griechisch oder sogar Hebräisch/Aramäisch verfasst, aber diese Versionen sind verloren.
Datierung: Seine Entstehung wird sehr kontrovers diskutiert. Manche Gelehrte datieren es auf das 1. Jahrhundert n. Chr., andere halten es für eine deutlich spätere jüdische oder sogar christliche Schrift.
Inhalt: Wie bereits erwähnt, beschreibt es Henochs Reise durch die zehn Himmel (Kapitel 3-22), gefolgt von Henochs Unterweisungen an seine Söhne über die Schöpfung, Ethik und das kommende Gericht.
Zwei Versionen: Es existieren zwei slawische Versionen – eine "längere" und eine "kürzere". Die oben verlinkten Übersetzungen weisen meist darauf hin, welche Passagen nur in der längeren Version vorkommen.
3. Auf Deutsch
Eine vollständige, kostenlose Online-Übersetzung des slawischen Henoch auf Deutsch zu finden, ist schwieriger. Wissenschaftliche Übersetzungen sind meist in Büchern veröffentlicht. Es gibt jedoch Übersetzungen des äthiopischen Henoch (1. Henoch) auf Deutsch.
Für eine seriöse wissenschaftliche Auseinandersetzung auf Deutsch müssten Sie likely auf Fachliteratur in Bibliotheken oder Buchhandlungen zurückgreifen, wie z.B.:
"Das slawische Henochbuch" (übersetzt und herausgegeben von Christfried Böttrich).
Bände der "Jüdischen Schriften aus hellenistisch-römischer Zeit" (JSHRZ).
Zusammenfassend: Die einfachste Möglichkeit, den Text des slawischen Henoch sofort online zu lesen, führt Sie über die englischen Übersetzungen auf Seiten wie sacred-texts.com. Für eine deutschsprachige, wissenschaftliche Quelle müssten Sie likely ein entsprechendes Buch erwerben.
Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen weiter! Es ist ein faszinierender Text, der ein einzigartiges Fenster in das religiöse Denken der Antike öffnet.
https://sacred-texts.com/
https://www.earlyjewishwritings.com/2enoch.html
https://archive.org/details/apocryphapse...age/n7/mode/2up
Henochs Reise durch die zehn Himmel (Kapitel 3-22), gefolgt von Henochs Unterweisungen an seine Söhne über die Schöpfung, Ethik und das kommende Gericht.
Kapitel 3
1 Und es geschah, als Henoch es seinen Söhnen erzählt hatte, da nahmen ihn die Engel auf ihre Flügel und trugen ihn empor zum ersten Himmel und setzten ihn auf die Wolken. Und dort blickte ich hin, und wieder blickte ich höher und sah den Äther, und sie setzten mich in den ersten Himmel und zeigten mir ein sehr großes Meer, größer als das irdische Meer.
Kapitel 4
1Sie brachten mir die Ältesten und Herrscher der Sternenorden vor Augen und zeigten mir zweihundert Engel, die über die Sterne und ihre Dienste am Himmel herrschen und mit ihren Flügeln fliegen und alle umringen, die segeln.
Kapitel 5
1Und hier blickte ich hinab und sah die Schatzkammern des Schnees und die Engel, die ihre schrecklichen Vorratskammern bewahren, und die Wolken, aus denen sie kommen und in die sie gehen.
Kapitel 6
1Sie zeigten mir die Schatzkammer des Taus, wie das Öl der Olive, und das Aussehen seiner Form, wie das aller Blumen der Erde; ferner viele Engel, die die Schatzkammern dieser Dinge bewachten, und wie sie sich schließen und öffnen ließen.
Kapitel 7
1Und jene Männer nahmen mich und führten mich hinauf in den zweiten Himmel und zeigten mir eine Finsternis, größer als die irdische Finsternis, und dort sah ich Gefangene hängen, die bewacht wurden und auf das große und grenzenlose Gericht warteten, und diese Engel sahen finsterer aus als die irdische Finsternis, und sie weinten unaufhörlich zu jeder Zeit.
2 Und ich sagte zu den Männern, die bei mir waren: Warum werden diese unaufhörlich gefoltert? Sie antworteten mir: Dies sind Abtrünnige Gottes, die Gottes Geboten nicht gehorchten, sondern ihren eigenen Willen befolgten und sich mit ihrem Fürsten abwandten, der ebenfalls im fünften Himmel festsitzt.
3 Und ich hatte großes Mitleid mit ihnen. Sie grüßten mich und sagten: „Mann Gottes, bete für uns zum Herrn!“ Ich antwortete ihnen: „Wer bin ich, ein sterblicher Mensch, dass ich um Engel bitten sollte? Wer weiß, wohin ich gehe oder was mir widerfahren wird? Wer wird für mich beten?“
Kapitel 8
1Und jene Männer nahmen mich von dort mit und führten mich hinauf in den dritten Himmel und setzten mich dort ab; und ich blickte hinab und sah die Erzeugnisse dieser Orte, die noch nie an Güte gekannt wurden.
2Und ich sah alle Bäume mit ihren süßen Blüten und betrachtete ihre Früchte, die süß dufteten, und alle Speisen, die sie trugen, sprudelten vor wohlriechendem Dunst.
3Und inmitten der Bäume der Baum des Lebens, an jenem Ort, an dem der Herr ruht, wenn er ins Paradies auffährt; und dieser Baum ist von unaussprechlicher Güte und Duft und schmückt mehr als alles Existierende; und auf allen Seiten sieht er goldfarben und zinnoberrot und feuerähnlich aus und bedeckt alles und trägt Früchte aller Art.
4Seine Wurzel liegt im Garten am Ende der Erde.
5Und das Paradies liegt zwischen Vergänglichkeit und Unvergänglichkeit.
6Und es entspringen zwei Quellen, die Honig und Milch hervorbringen, und ihre Quellen bringen Öl und Wein hervor, und sie teilen sich in vier Teile und fließen ruhig im Kreis und steigen hinab in das PARADIES EDEN, zwischen Vergänglichkeit und Unvergänglichkeit.
7Und von dort aus bewegen sie sich über die Erde und vollführen eine Kreisbewegung, genau wie andere Elemente.
8Und hier gibt es keinen unfruchtbaren Baum, und jeder Ort ist gesegnet.
9Und es gibt dreihundert sehr helle Engel, die den Garten bewachen und mit unaufhörlichem, süßem Gesang und nie verstummender Stimme dem Herrn alle Tage und Stunden dienen.
10Und ich sagte: Wie süß ist dieser Ort, und jene Männer sagten zu mir:
Kapitel 9
1Dieser Ort, oh Henoch, ist für die Gerechten bereitet, die jede Art von Beleidigung von denen ertragen, die ihre Seelen erbittern, die ihre Augen von der Sünde abwenden und gerecht richten und den Hungrigen Brot geben und die Nackten mit Kleidung bedecken und die Gefallenen aufrichten und verletzten Waisen helfen und die ohne Fehler vor dem Angesicht des Herrn wandeln und ihm allein dienen, und für sie ist dieser Ort als ewiges Erbe bereitet.
Kapitel 10
1Und jene beiden Männer führten mich auf die Nordseite und zeigten mir dort einen sehr schrecklichen Ort, und an diesem Ort gab es alle Arten von Folterungen: grausame Dunkelheit und unerleuchtete Düsternis, und es gibt dort kein Licht, sondern finsteres Feuer, das ständig in der Höhe lodert, und ein feuriger Fluss fließt hervor, und an diesem ganzen Ort ist überall Feuer, und überall gibt es Frost und Eis, Durst und Zittern, während die Fesseln sehr grausam sind und die Engel furchterregend und erbarmungslos, sie tragen wütende Waffen, erbarmungslose Folter, und ich sagte:
2Wehe, wehe, wie schrecklich ist dieser Ort.
3Und jene Männer sagten zu mir: Dieser Ort, oh Henoch, ist für diejenigen bereitet, die Gott entehren, die auf Erden widernatürliche Sünden begehen, nämlich Kindesverderbnis nach sodomitischer Art, Zauberei, Beschwörungen und teuflische Hexerei, und die mit ihren bösen Taten prahlen, mit Diebstahl, Lügen, Verleumdungen, Neid, Groll, Unzucht und Mord, und die, verflucht, die Seelen der Menschen stehlen, die, wenn sie sehen, wie die Armen ihre Güter nehmen und selbst reich werden, sie um der Güter anderer willen schädigen; die, obwohl sie die Leere sättigen konnten, die Hungernden sterben ließen; die, obwohl sie kleiden konnten, die Nackten auszogen; und die ihren Schöpfer nicht kannten und sich vor den seelen- und leblosen Göttern verneigten, die weder sehen noch hören können, den eitlen Göttern, die auch gehauene Bilder bauten und sich vor unreiner Handwerkskunst verneigten, für all diese ist dieser Ort unter ihnen bereitet zum ewigen Erbe.
Kapitel 11
1Diese Männer nahmen mich und führten mich hinauf in den vierten Himmel und zeigten mir alle aufeinanderfolgenden Vorgänge und alle Strahlen des Lichts von Sonne und Mond.
2Und ich maß ihre Bewegungen und verglich ihr Licht und sah, dass das Licht der Sonne heller ist als das des Mondes.
3Sein Kreis und die Räder, auf denen es sich bewegt, sind immer wie der Wind, der mit unglaublicher Geschwindigkeit vorbeizieht, und Tag und Nacht hat es keine Ruhe.
4 Sein Durchgang und seine Rückkehr werden von vier großen Sternen begleitet, und jeder Stern hat unter sich tausend Sterne, rechts vom Sonnenrad, und vier auf der linken Seite, und jeder hat unter sich tausend Sterne, insgesamt achttausend, die ständig mit der Sonne hervortreten.
5Und am Tage sind es fünfzehn Myriaden von Engeln, und in der Nacht tausend.
6Und Sechsflügelige kommen mit den Engeln vor dem Sonnenrad in die Feuerflammen, und hundert Engel entzünden die Sonne und setzen sie in Brand.
Kapitel 12
1Und ich schaute und sah andere fliegende Elemente der Sonne, deren Namen Phönixe und Chalkydri sind, wunderbar und wundervoll, mit Füßen und Schwänzen in der Form eines Löwen und einem Krokodilkopf, ihr Aussehen ist purpurfarben wie der Regenbogen; ihre Größe beträgt neunhundert Maß, ihre Flügel sind wie die der Engel, jeder hat zwölf, und sie begleiten die Sonne und bringen Wärme und Tau, wie es ihnen von Gott befohlen ist.
2So dreht sich die Sonne und geht unter dem Himmel auf und geht auf, und ihr Lauf geht unter der Erde mit dem Licht ihrer Strahlen unaufhörlich weiter.
Kapitel 13
1 Jene Männer trugen mich nach Osten und setzten mich an die Tore der Sonne, wo die Sonne hervortritt, gemäß der Ordnung der Jahreszeiten und dem Lauf der Monate des ganzen Jahres und der Zahl der Stunden Tag und Nacht.
2Und ich sah sechs Tore offen, jedes Tor hatte einundsechzig Stadien und ein Viertelstadien, und ich maß sie genau und erkannte ihre Größe als so groß, dass die Sonne durch sie hervortritt und nach Westen geht und sich ausrichtet und in allen Monaten aufgeht und sich wieder von den sechs Toren abwendet, entsprechend der Abfolge der Jahreszeiten; so ist die Periode des ganzen Jahres nach der Rückkehr der vier Jahreszeiten beendet.
Kapitel 14
1 Und wieder führten mich jene Männer in die westlichen Teile und zeigten mir sechs große Tore, die den östlichen Toren entsprachen, gegenüber der Stelle, wo die Sonne untergeht, entsprechend der Zahl der Tage dreihundertfünfundsechzig und ein Viertel.
2 So geht es wieder hinab zu den westlichen Toren und zieht sein Licht, die Größe seines Glanzes, unter die Erde; denn da die Krone seines Glanzes im Himmel beim Herrn ist und von vierhundert Engeln bewacht wird, während die Sonne auf einem Rad unter der Erde kreist und sieben lange Stunden in der Nacht steht und die Hälfte ihres Laufs unter der Erde verbringt, bringt es, wenn es in der achten Stunde der Nacht zum östlichen Zugang kommt, seine Lichter und die Krone seines Glanzes, und die Sonne flammt stärker als Feuer.
Kapitel 15
1Dann brechen die Elemente der Sonne, Phönixe und Chalkydri genannt, in Gesang aus, daher flattert jeder Vogel mit seinen Flügeln und freut sich über den Lichtspender, und sie brechen auf Befehl des Herrn in Gesang aus.
2Der Lichtspender kommt, um der ganzen Welt Helligkeit zu geben, und der Morgenwächter nimmt Gestalt an, nämlich die Strahlen der Sonne, und die Sonne der Erde geht aus und empfängt ihren Glanz, um die ganze Erde zu erleuchten, und sie zeigten mir diese Berechnung des Sonnenuntergangs.
3Und die Tore, durch die sie eintritt, sind die großen Tore der Stundenberechnung des Jahres; deshalb ist die Sonne eine große Schöpfung, deren Umlauf achtundzwanzig Jahre dauert und immer wieder von vorne beginnt.
Kapitel 16
1 Jene Männer zeigten mir den anderen Lauf, den des Mondes, zwölf große Tore, die von Westen nach Osten gekrönt sind und durch die der Mond zu den üblichen Zeiten ein- und ausgeht.
2Es geht durch das erste Tor hinein, zu den westlichen Orten der Sonne, durch das erste Tor mit genau einunddreißig Tagen, durch das zweite Tor mit genau einunddreißig Tagen, durch das dritte mit genau dreißig Tagen, durch das vierte mit genau dreißig Tagen, durch das fünfte mit genau einunddreißig Tagen, durch das sechste mit genau einunddreißig Tagen, durch das siebte mit genau dreißig Tagen, durch das achte mit genau einunddreißig Tagen, durch das neunte mit genau einunddreißig Tagen, durch das zehnte mit genau dreißig Tagen, durch das elfte mit genau einunddreißig Tagen, durch das zwölfte mit genau achtundzwanzig Tagen.
3Und es geht durch die westlichen Tore in der Reihenfolge und Anzahl der östlichen und vollendet die dreihundertfünfundsechzig und ein Viertel Tage des Sonnenjahres, während das Mondjahr dreihundertvierundfünfzig hat, und es fehlen ihm zwölf Tage des Sonnenkreises, welche die Mondepakten des ganzen Jahres sind.
4Somit umfasst auch der Großkreis fünfhundertzweiunddreißig Jahre.
5Drei Jahre lang entfällt der Vierteltag, der vierte erfüllt ihn genau.
6Daher werden sie drei Jahre lang aus dem Himmel genommen und nicht zur Zahl der Tage hinzugezählt, weil sie die Zeit der Jahre um zwei neue Monate zur Vollendung und um zwei andere zur Verkürzung verändern.
7Und wenn die westlichen Tore fertig sind, kehrt es zurück und geht zu den östlichen, zu den Lichtern, und so zieht es Tag und Nacht um die himmlischen Kreise, niedriger als alle Kreise, schneller als die himmlischen Winde, und Geister und Elemente und Engel fliegen; jeder Engel hat sechs Flügel.
8Es hat einen siebenfachen Verlauf in neunzehn Jahren.
Kapitel 17
1Inmitten des Himmels sah ich bewaffnete Soldaten, die dem Herrn dienten, mit Pauken und Orgeln, mit unaufhörlicher Stimme, mit süßer Stimme, mit süßer und unaufhörlicher Stimme und verschiedenen Gesängen, die unmöglich zu beschreiben sind und die jeden in Erstaunen versetzen, so wunderbar und wundervoll ist der Gesang dieser Engel, und ich war entzückt, ihm zuzuhören.
Kapitel 18
1Die Männer brachten mich in den fünften Himmel und setzten mich ab. Dort sah ich viele und zahllose Soldaten, die Grigori genannt wurden und von menschlicher Gestalt waren. Ihre Größe war größer als die von Riesen, und ihre Gesichter waren verkümmert, und das Schweigen ihrer Münder war ewig. Im fünften Himmel gab es keinen Gottesdienst. Und ich sagte zu den Männern, die bei mir waren:
2Warum sind diese so verdorrt und ihre Gesichter melancholisch und ihre Münder stumm, und warum gibt es in diesem Himmel keinen Gottesdienst?
3Und sie sagten zu mir: Dies sind die Grigori, die mit ihrem Prinzen Satanail den Herrn des Lichts ablehnten, und nach ihnen kommen jene, die im zweiten Himmel in großer Dunkelheit gefangen gehalten werden, und drei von ihnen stiegen vom Thron des Herrn auf die Erde hinab, zum Ort Ermon, und brachen ihre Gelübde auf dem Hang des Hügels Ermon und sahen, wie gut die Töchter der Menschen sind, und nahmen sich Frauen und besudelten die Erde mit ihren Taten, die zu allen Zeiten ihres Zeitalters Gesetzlosigkeit und Vermischung verursachten, und Riesen wurden geboren und wundersame große Männer und große Feindseligkeit.
4Und deshalb richtete Gott sie mit großem Urteil, und sie weinen um ihre Brüder, und sie werden am großen Tag des Herrn bestraft werden.
5Und ich sagte zu Grigori: Ich sah deine Brüder und ihre Werke und ihre großen Qualen und ich betete für sie, aber der Herr hat sie dazu verdammt, unter der Erde zu sein, bis der bestehende Himmel und die bestehende Erde für immer enden.
6 Und ich sagte: Warum wartet ihr, Brüder, und dient nicht vor dem Angesicht des Herrn und stellt eure Dienste nicht vor das Angesicht des Herrn, damit ihr euren Herrn nicht völlig erzürnt?
7 Und sie hörten auf meine Ermahnung und sprachen zu den vier Reihen im Himmel, und siehe! Als ich mit diesen beiden Männern dastand, posaunten vier Posaunen gleichzeitig mit lautem Klang, und die Grigori stimmten einstimmig ein Lied an, und ihre Stimme erhob sich mitleidig und ergreifend vor dem Herrn.
Kapitel 19
1 Und von dort nahmen mich jene Männer mit und trugen mich hinauf in den sechsten Himmel, und dort sah ich sieben Scharen von Engeln, sehr hell und sehr herrlich, und ihre Gesichter leuchteten heller als die Sonne, sie glitzerten, und es gab keinen Unterschied in ihren Gesichtern, ihrem Verhalten oder ihrer Kleidung; und diese erteilen die Befehle und lernen den Lauf der Sterne und die Veränderungen des Mondes oder die Umdrehung der Sonne und die gute Regierung der Welt.
2Und wenn sie Übeltaten sehen, erlassen sie Gebote und Anweisungen, singen lieblich und laut und singen alle möglichen Loblieder.
3Dies sind die Erzengel (1), die über den Engeln stehen und alles Leben im Himmel und auf Erden messen, und die Engel, die über die Jahreszeiten und Jahre herrschen, die Engel, die über die Flüsse und das Meer herrschen und über die Früchte der Erde, und die Engel, die über alles Gras herrschen und allen, allem Lebendigen, Nahrung geben, und die Engel, die alle Seelen der Menschen aufschreiben und alle ihre Taten und ihr Leben vor dem Angesicht des Herrn; in ihrer Mitte sind sechs Phönixe und sechs Cherubim und sechs Sechsflügelige, die ständig mit einer Stimme singen, und ihr Gesang ist nicht zu beschreiben, und sie freuen sich vor dem Herrn an seinem Fußschemel.
Kapitel 20
1Und jene beiden Männer hoben mich von dort in den siebten Himmel empor, und ich sah dort ein sehr großes Licht und feurige Scharen großer Erzengel (2), körperlose Kräfte und Herrschaften, Ordnungen und Regierungen, Cherubim und Seraphim, Throne und Vieläugige, neun Regimenter, die joanitischen Lichtstationen, und ich bekam Angst und begann vor großer Angst zu zittern, und jene Männer nahmen mich und führten mich hinter sich her und sagten zu mir:
2Hab Mut, Henoch, fürchte dich nicht und zeige mir den Herrn von weitem, wie er auf seinem sehr hohen Thron sitzt. Denn was gibt es im zehnten Himmel, da der Herr dort wohnt?
3Im zehnten Himmel ist Gott, in der hebräischen Sprache wird er Aravat genannt (3).
4Und alle himmlischen Heere würden kommen und sich entsprechend ihrer Rangfolge auf die zehn Stufen stellen und sich vor dem Herrn verneigen und voller Freude und Glückseligkeit wieder an ihre Plätze gehen, im grenzenlosen Licht mit leisen und zarten Stimmen Lieder singen und ihm glorreich dienen.
Kapitel 21
1 Und die Cherubim und Seraphim, die um den Thron stehen, die Sechsflügeligen und Vieläugigen, weichen nicht, stehen vor dem Angesicht des Herrn und tun seinen Willen, und bedecken seinen ganzen Thron und singen mit sanfter Stimme vor dem Angesicht des Herrn: Heilig, heilig, heilig, Herr, Herrscher der Heerscharen, Himmel und Erde sind erfüllt von Deiner Herrlichkeit.
2 Als ich all dies sah, sagten jene Männer zu mir: Henoch, bis hierher ist uns befohlen, mit dir zu reisen. Und jene Männer gingen von mir weg, und daraufhin sah ich sie nicht mehr.
3Und ich blieb allein am Ende des siebten Himmels zurück und bekam Angst, fiel auf mein Angesicht und sagte zu mir selbst: Wehe mir, was ist mir widerfahren?
4Und der Herr sandte einen seiner Herrlichen, den Erzengel (4) Gabriel, und er sagte zu mir: Hab Mut, Henoch, fürchte dich nicht, erhebe dich vor dem Angesicht des Herrn in die Ewigkeit, erhebe dich, komm mit mir.
5 Und ich antwortete ihm und sagte bei mir: Mein Herr, meine Seele hat mich verlassen vor Schrecken und Zittern. Und ich rief die Männer, die mich hierhergeführt hatten. Auf sie verließ ich mich, und mit ihnen gehe ich vor das Angesicht des Herrn.
6Und Gabriel hob mich auf, wie ein Blatt, das vom Wind erfasst wird, und stellte mich vor das Angesicht des Herrn.
7 Und ich sah den achten Himmel, der auf Hebräisch Muzaloth heißt, der die Jahreszeiten, die Dürre und die Nässe verändert, und die zwölf Sternbilder des Firmaments, die über dem siebten Himmel sind.
8Und ich sah den neunten Himmel, der auf Hebräisch Kuchavim heißt, wo sich die himmlischen Wohnstätten der zwölf Sternbilder des Firmamentskreises befinden.
Kapitel 22
1 Im zehnten Himmel, der Aravoth genannt wird, sah ich das Aussehen des Antlitzes des Herrn wie Eisen, das im Feuer zum Glühen gebracht und herausgebracht wird, Funken spuckt und brennt.
2So sah ich in einem Augenblick der Ewigkeit das Antlitz des Herrn, aber das Antlitz des Herrn ist unbeschreiblich, wunderbar und sehr furchtbar und sehr, sehr schrecklich.
3Und wer bin ich, dass ich von des Herrn unaussprechlichem Wesen und seinem wunderbaren Antlitz erzählen könnte? Und ich kann nicht die Menge seiner vielen Anweisungen und Stimmen nennen; der Thron des Herrn ist sehr groß und nicht von Menschenhand gemacht; noch die Zahl derer, die um ihn herumstehen, Scharen von Cherubim und Seraphim, noch ihren unaufhörlichen Gesang, noch seine unveränderliche Schönheit; und wer könnte von der unaussprechlichen Größe seiner Herrlichkeit erzählen?
4Und ich fiel nieder und verneigte mich vor dem Herrn, und der Herr sprach mit seinen Lippen zu mir:
5Hab Mut, Henoch, fürchte dich nicht, erhebe dich und steh vor meinem Angesicht in die Ewigkeit.
6Und der Erzstrateg (5) Michael hob mich empor und führte mich vor das Angesicht des Herrn.
7Und der Herr sprach zu seinen Dienern, die sie versuchten: Lass Henoch in alle Ewigkeit vor meinem Angesicht stehen, und die Glorreichen verneigten sich vor dem Herrn und sagten: Lass Henoch gehen gemäß Deinem Wort.
8Und der Herr sprach zu Michael: Geh und nimm Henoch aus seinen irdischen Gewändern, salbe ihn mit meiner süßen Salbe und stecke ihn in die Gewänder meiner Herrlichkeit.
9Und Michael tat, wie der Herr es ihm gesagt hatte. Er salbte mich und bekleidete mich, und das Aussehen dieser Salbe ist größer als das große Licht, und seine Salbe ist wie süßer Tau, und ihr Geruch ist mild und leuchtet wie ein Sonnenstrahl, und ich sah mich an und war wie einer seiner Herrlichen (6).
10 Und der Herr rief einen seiner Erzengel namens Pravuil, der an Weisheit schneller war als die anderen Erzengel, und der alle Taten des Herrn niederschrieb. Und der Herr sagte zu Pravuil: „Bring die Bücher aus meinen Lagerhäusern hervor und ein Rohr mit Schnellschrift und gib es Henoch und übergib ihm die erlesenen und tröstlichen Bücher aus deiner Hand.“
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