Klagenfurt: Das Experiment von Dr. Li Khar
Der von der chinesischen Gesundheitsbehörde nach Österreich entsandte Arzt Dr. Li Khar entschied sich nach Ende der Pandemie in der Alpenrepublik zu bleiben. In Kärnten, seiner neuen Heimat, startete er ein Experiment.
Er stellte sich vor die Herkulesstatue beim Lindwurm in Klagenfurt. Er kam in Jeans und trug ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“
Mit einer Trillerpfeife machte er auf sich aufmerksam und sprach: „Ihr Kärntner, hört mir zu: Die Pandemie ist vorbei! Sie ging nicht vorbei, weil die Maßnahmen wirkten, sondern weil es keine Pandemie gab. Die Ärzte wussten es, durften es jedoch nicht sagen. Wer es dennoch wagte, verlor seine Arbeit. Die Masken sollten euch zum Gehorsam erziehen. Das Testen diente als Vorwand, um die Angst aufrechtzuerhalten.“
Die Leute, die vorbeikamen, schüttelten den Kopf. „So ein Schwachsinn!“ motzte ein Bursche. „Und ohne Maske!“ schimpfte eine Dame. Es dauerte nicht lange, bis mehrere Polizeibeamte von der Wachstube herbeieilten und den Mann zur Rede stellten.
Es ist kein Geheimnis, dass die Presse einen direkten Draht zu den Ordnungshütern hat und deshalb hat sie am Tag darauf ausführlich darüber berichtet. Der Klagenfurter Kaiser-Kurier schrieb: „Ein-Mann-Kundgebung durch Polizei aufgelöst.“ Im Anzeiger-Magazin war zu lesen: „Stadtwahrzeichen zu Propagandazwecken missbraucht“.
Dr. Li ließ sich zu keinen Emotionen hinreißen. Er notierte alles genau, denn es handelte sich um ein wissenschaftliches Experiment.
Eine Woche darauf stellte er sich wieder auf denselben Platz. Diesmal trat er in weißem Mantel auf, ein Stethoskop um den Hals. Er hatte dafür gesorgt, dass ihm Mitarbeiter des Roten Kreuzes und der Caritas zur Seite standen. Noch bevor er ein Wort sagte, bildete sich eine Menschentraube, als ob alle auf ein besonderes Ereignis warteten.
Dr. Li sprach: „Ihr Kärntner, hört mir zu: Die Pandemie ist vorbei! Sie ging nicht vorbei, weil die Maßnahmen wirkten, sondern weil es keine Pandemie gab. Die Ärzte wussten es, durften es jedoch nicht sagen. Wer es dennoch wagte, verlor seine Arbeit. Die Masken sollten euch zum Gehorsam erziehen. Das Testen diente als Vorwand, um die Angst aufrechtzuerhalten.“
Immer mehr Passanten hielten an und hörten staunend zu. Einige nahmen ihre Maske ab. „Dieser Mann hat Mut.“ meinte eine Frau, die plötzlich vergaß, dass sie zum Einkaufen in der Stadt war. „Ich habe gewusst, dass etwas nicht stimmt,“ bemerkte ein Herr.
Es dauerte nicht lange, bis der Bürgermeister im Rathaus gegenüber auf das Geschehen aufmerksam wurde. Er kam mit Mitarbeitern des Magistrats und gratulierte dem Redner: „Endlich einer, der aufsteht!“.
Er dankte auch den Vertretern des Roten Kreuzes und der Caritas. Den Medien blieb dieses Ereignis nicht lange verborgen. Die Kleine Bezirkszeitung schrieb schon nach einer Stunde in ihrer Online-Ausgabe: „Mut-Arzt vor Herkulesaufgabe“.
In den Lakeside Letters der Alpen Adria-Universität sah sich der Rektor in seinem Bestreben bestätigt, internationale Experten in die Stadt zu holen. Lindwurm TV setzte auf die Macht der Bilder: Das wasserspeiende Großmaul des Drachens in Nahaufnahme. Darunter stand: „Das Ungeheuer Corona ist besiegt“.
Der Arzt aus China blieb auch diesmal wieder ruhig und schrieb sein Protokoll. Die Lobreden sollten ihn nicht zu einer subjektiven Beurteilung verleiten.
Am nächsten Tag begann Dr. Li mit der Auswertung. Warum wurde dieselbe Rede unterschiedlich aufgenommen? Lag es am Wind, der einmal in diese und einmal in die andere Richtung wehte?
Da klingelte es. Am Telefon der Landeshauptmann, der Kaiser von Kärnten. Dr. Li fürchtete eine Schelte, da er für sein Experiment keine Genehmigung hatte. Doch statt eines Verweises erhielt er ein Angebot: „Meister Li, wollen Sie nicht Primarius im Klinikum unserer Stadt werden?“
Zweimal hatte der Doktor laut gesprochen. Jetzt war er sprachlos.